Neue Idee in Itzehoe : Der Traum vom Studenten-Flair

Technologie-Gigant: Das Fraunhofer-Institut in Itzehoe-Edendorf mit dem zweiten Reinraum (vorn).
Technologie-Gigant: Das Fraunhofer-Institut in Itzehoe-Edendorf mit dem zweiten Reinraum (vorn).

Idee aus dem Itzehoer Fraunhofer-Institut Isit stößt auf große Resonanz im Wirtschaftsausschuss.

von
13. September 2018, 13:24 Uhr

Keine Hochschule, keine Studenten. Ein immer wieder beklagtes Leiden der Stadt. Doch eine Idee aus dem Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (Isit) löste Mittwochabend im Wirtschaftsausschuss Aufbruchstimmung aus.

Verantwortlich dafür war Isit-Leiter Axel Müller-Groeling. Weil das Institut so weit weg liege von den Hochschulen, falle es schwer, einen akademischen Campus zu erzeugen. 30 bis 40 Studenten würden durchschnittlich im Haus betreut, aber: „Bei unserer Größe sollten wir eigentlich 60, 70, 80 Studenten hier haben“, so Müller-Groeling. Die Rechnung: etwa ein Student pro wissenschaftlichem Mitarbeiter. Arbeit und Ideen gebe es genug, „wir haben auch ein Budget dafür – aber wir kriegen sie nicht her“. Das würde Müller-Groeling gern ändern: „Es würde uns einen Schub geben.“ Das zentrale Problem scheine die kurzfristige Unterbringung zu sein. Geplant sei, die aktuellen Studenten zu fragen, was ihnen am meisten helfe.

Ralf Thiericke, Geschäftsführer des Innovationszentrums Izet, nahm den Ball auf: Auch bei den Unternehmen in seinem Haus seien eine Reihe Studenten beschäftigt. Beim Nachdenken über die Zukunft spiele auch das Wort Innovationscampus eine Rolle. Der Technologie-Standort brauche junge Menschen – die Gründer hier seien älter als andernorts im Bundesgebiet. Hans-Dieter Helms (SPD) brachte zudem die Schüler des Regionalen Berufsbildungszentrums ins Spiel, wo es immerhin schon spezielle Ausbildungen gebe.

Studenten brächten Flair in die Stadt, meinte Tom Voigt (DAFI): „Eine tolle Chance.“ Von einem „ungehobenen Schatz“ sprach der städtische Wirtschaftsförderer Thomas Carstens, gleichzeitig könne dem Isit geholfen werden. Die Frage sei: „Welche Hebel haben wir, um diese Menschen zu motivieren, hier zu bleiben?“

Eine Unterkunft, da war man sich einig, müsste innenstadtnah sein. „Schön wäre es, wenn sie mit dem Fahrrad noch zum Isit kommen“, sagte Müller-Groeling. Das Projekt müsse nicht die Stadt übernehmen, es könnten auch interessierte Unternehmen sein in einer „Campusgesellschaft“, fand Helms. Ergebnis könne eine „komplette Wertschöpfungskette“ für die Firmen sein, sagte Ausschussvorsitzende Claudia Buschmann (CDU).

Die Bedarfe müssten gut ermittelt werden, meinte Oliver Simon (Grüne) mit Hinweis auf einen „starken Trend zur Verstädterung“. Stadtmanagerin Lydia Keune hatte aufmerksam zugehört und verabredete mit Wirtschaftsförderer Carstens, das Isit besuchen zu wollen. Denn für die Idee war sie sofort Feuer und Flamme: „Es ist lange her, dass der Wirtschaftsausschuss mich euphorisiert hat.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen