Positive Entwicklung : „Der SCI hat einen Lauf“

Zentrale Figur im Park-Fitness-Center: Die sportliche Leiterin Iris Geister, hier im Kurs „Fit ab 50“.
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Zentrale Figur im Park-Fitness-Center: Die sportliche Leiterin Iris Geister, hier im Kurs „Fit ab 50“.

Die Mitgliederzahlen des Sportvereins aus Itzehoe legen auf aktuell mehr als 5000 zu.

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02. Januar 2018, 04:45 Uhr

Der Tag fängt sportlich an. Iris Geister hält ihre Teilnehmer „Fit ab 50“ auf Trab – und der Kursraum im Park-Fitness-Center ist voll. Wieder einmal. Es ist ein Sinnbild für die aktuelle Lage im Sport-Club Itzehoe: „Der SCI hat zurzeit einen Lauf“, sagt Vorsitzender Gerd Freiwald.

Es seien zur richtigen Zeit die richtigen Schritte eingeleitet worden. Denn die Bedingungen haben sich verändert: SCI-Geschäftsführer Jan Schamerowski nennt es „eine Aversion gegen langfristige Bindung“. Ein Beispiel: das Park-Fitness-Center. Es hat 1100 feste Mitglieder, aber auch 700 Nutzer mit Zehnerkarten. Oder die Schwimmschule: 450 Kinder würden dort betreut, Anfang 2018 gebe es fast zehn neue Anfängerkurse. Für diese „Dienstleistung auf Zeit“ träten viele kurz ein in den SCI und dann wieder aus. Enorm gewachsen ist auch der orthopädische Reha-Sport: Binnen vier Jahren von null auf 350 Teilnehmer in 22 Gruppen, so Schamerowski. Und das Angebot werde weiter ausgebaut. „Die Fluktuation hat im Laufe der letzten Jahre immer mehr zugenommen“, sagt Freiwald. Mehr als 1000 Mitglieder verließen in einem Jahr den Verein. Aber: „Wenn 1000 austreten, treten 1010 wieder ein.“ Daher gebe es eine leicht steigende Tendenz bei den Mitgliederzahlen.

Warum die Austritte? In einem Quartal machte sich Freiwald die Mühe und fragte nach. Dann war er „relativ beruhigt“: Umzüge seien ein wesentlicher Grund gewesen, zudem hätten viele Jugendliche für das Studium die Region verlassen. Krankheit oder Verletzung sowie das Alter seien weitere Ursachen gewesen. Die meisten hätten gesagt, dass es mit dem SCI nichts zu tun habe, so Freiwald. Und: „Die Leute rechnen sehr genau“, sagt Schamerowski. Statt Familien seien nur die Mitglied, die wirklich Sport trieben: „Die Mitgliederzahl nähert sich der Aktivenzahl immer weiter an.“

Anders ist es bei den Älteren: Sie bleiben dabei, auch wenn sie nicht mehr aktiv sind. „Für Leute ab 70 ist die soziale Komponente eines Sportvereins unheimlich wichtig“, sagt der Vorsitzende. Sie nähmen auch sehr intensiv Anteil, und das soll weiter gefördert werden. Ab 2018 gibt es mit Cathrin Radau eine neue Teilzeitkraft. Eine ihrer Aufgaben: Zusätzliche Aktionen, um ältere Mitglieder aktiv zu binden.

An Schulkinder kommt der Verein schwerer heran. Weil zunehmend Unterricht am Nachmittag stattfinde, gebe es weniger Arbeitsgemeinschaften, so Freiwald. Die Konsequenz des SCI: Im kommenden Jahr wird es nicht mehr vier Stellen für ein Freiwilliges Soziales Jahr geben, sondern nur noch drei. Neue Impulse soll die Kindersportschule mit Jule Mohr geben.

Einen „ziemlichen Einbruch“ gibt es in der Gruppe der 19- bis 35-Jährigen. Gerade die Jugendlichen seien viel flexibler geworden, „die Bindung an den Sportverein ist bei jungen Leuten brüchiger“, sagt Freiwald. Verschärft werde dies durch ein gutes Angebot an Fitness-Centern. Auffallend beim SCI: Es kämen sehr viele Berufsschüler.

Das Center ist ein wesentlicher Grund dafür, dass auch die finanzielle Lage des Vereins gut ist – laut Freiwald ist er schuldenfrei. 20 Jahre ist das Park-Fitness alt, und es habe sich trotz großer Konkurrenz durchgesetzt, freuen sich Vorsitzender und Geschäftsführer. Im Preiswettbewerb habe es keine Chance, die Betreuung durch ausschließlich lizensierte Trainer sei entscheidend. Das gebe auch Eltern ein gutes Gefühl, so Freiwald.

Weil der erfolgreiche Betrieb personenabhängig sei, brauche es solche Koryphäen wie die sportliche Leiterin Iris Geister. Hinzu kämen sehr viele gute Kurse: Einerseits, sagt Schamerowski, könne jeder das Passende wählen, andererseits gebe es gerade bei den „Best Agern“ sehr stabile Gruppen. „Wir haben kaum Kündigungen in dem Bereich.“ Ständig gibt es neue Angebote, oft angeregt durch die Trainer und Übungsleiter, viel erfahre er auch den Austausch in der Holsteiner Runde der Großvereine im Land. Und: „Ganz viel schwappt aus Hamburg rüber“, sagt Freiwald. „Provinz ist hier nicht!“

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