Cuxhavenfähre : Der schwere Weg zurück ins Fahrwasser

Derzeit nicht verfügbar: Die „Anne-Marie“ liegt in Cuxhaven.
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Derzeit nicht verfügbar: Die „Anne-Marie“ liegt in Cuxhaven.

Nach dem Aus der Fährlinie zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven ist der vorläufige Insolvenzverwalter zuversichtlich, im April den Betrieb wieder aufnehmen zu können.

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17. März 2017, 10:41 Uhr

Eine positive Bilanz über die erste Woche als vorläufiger Insolvenzverwalter der Cuxhavener Reederei Elb-Link zieht Anwalt Jan M. Antholz. Wichtigste Erkenntnis des Juristen: „Es wurden die Grundlagen gelegt, die eine Wiederaufnahme des Fährbetriebs im April ermöglichen sollen.“ Das finanzielle Rüstzeug dazu verschafft ihm offenbar die Stabilisierung der Reederei. Er unterstreicht: „Es wird von allen Seiten mit vollem Einsatz an einer Rettung der Fährverbindung gearbeitet.“ Allerdings sei die ein sehr individuelles Geschäftsmodell. Das brauche Geduld.

Und auch die 52 Mitarbeiter sieht Antholz weiter im Boot. Deren Lohnansprüche an ihren Arbeitgeber seien durch Insolvenzgeld gesichert (wir berichteten). In einer Betriebsversammlung zu Wochenbeginn sei der Belegschaft die derzeitige Situation erläutert worden. „Die Stimmung ist sehr motiviert und von dem Ziel getragen, eine schnelle Wiederaufnahme des Betriebs zu ermöglichen.“ Zu diesem Schluss kommt Antholz.

Wichtige Vertragspartner stünden dem Unternehmen weiterhin zur Seite. Allerdings, so der Cuxhavener Anwalt, seien bis zur Insolvenz „erhebliche Zahlungsrückstände“ aufgelaufen. Als Folge seien der Reederei Verträge gekündigt worden. Nach ersten Gesprächen gelte eine Wiederaufnahme nicht als ausgeschlossen, wenn die Linie zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel wie erhofft neu gestartet werden kann.

Dazu werden auch Schiffe benötigt. Die beiden Doppelend-Fähren „Grete“ und „Anne-Marie“ liegen derzeit in Cuxhaven. Die bisherige Muttergesellschaft der Elb-Link, die estnische Saaremaa Shiping Co., hatte selbst beide Schiffe gechartert und an Elb-Link weiter verchartert – bis die Eigner sie zurückforderten. Daher, so Jan M. Antholz seien die Fähren derzeit nicht verfügbar. Er geht aber davon aus, dass die Schiffe „Anfang April wieder zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel zum Einsatz kommen“. Ein ehrgeiziges Ziel. Denn er habe „keinen unmittelbaren Einfluss auf die Eigner und ihre Entscheidungen“.

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