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Norddeutsche Rundschau

23. September 2017 | 02:05 Uhr

Unternehmsverband : Der Politik Beine machen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jetzt in Itzehoe vorgestellt: Ken Blöcker ist neuer Geschäftsführer für die Lobbyarbeit beim Unternehmsverband Unterelbe-Westküste.

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2014 | 08:25 Uhr

Mit einem neuen Geschäftsführer bläst der Unternehmensverband Unterelbe-Westküste jetzt zur politischen Offensive. „Ich will die Schlagkraft der Region weiterentwickeln“, kündigt Ken Blöcker eine intensive Lobbyarbeit an. Der 31-Jährige dürfte sein politisches Geschäft verstehen. Aufgewachsen und zur Schule gegangen in Schleswig hatte er nach dem Grundwehrdienst in Rendsburg in Marburg Politologie, Geschichte und Rechtswissenschaften studiert. 2009 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Wolfgang Börnsen, anschließend war er vier Jahre lang Büroleiter von Dr. Johann Wadephul sowie Geschäftsführer der CDU Rendsburg-Eckernförde und Neumünster. Nicht nur durch seinen beruflichen Werdegang fühlt sich Blöcker der Region verhaftet: Er ist Vater eine drei Wochen alten Tochter, seine Frau ist Lehrerin in Itzehoe. Vor seinem Engagement beim Unternehmensverband hatte Blöcker noch einen fünfwöchigen Pilgermarsch auf dem Jacobsweg unternommen.

Verbandsvorsitzender Lutz Bitomsky begründet die Personalie mit einer „Neuausrichtung des ganzen Verbandes“. „Wir wollen verstärkt politisch tätig werden“, sagt der Itzehoer Unternehmer und unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf vor allem bei der Infrastruktur. Von Blöckers Vorgänger Heinrich Ritscher habe man sich in gutem Einvernehmen getrennt. Lutz Bitomsky weiß dabei natürlich, dass die Unternehmer auch mit einem neuen Geschäftsführer nicht morgen eine Autobahn bauen können. Allerdings müsse die Stimme der Wirtschaft deutlich mehr Gehör finden. „Wir als Unternehmer müssen befähigt werden, dass wir unser Geschäft vernünftig ausüben können. Es kann doch nicht sein, dass zum Beispiel ein Elmshorner Betrieb Lagerhallen in Stade anmieten muss, nur um seine Waren pünktlich ausliefern zu können.“ Ausbau B 5, Autobahn 20 und Sanierung Nord-Ostsee-Kanal hält der Verband für dringender denn je. „Wir wollen die Politik jetzt auch ein Stück weit treiben, damit wir im Norden und vor allem an der Westküste nicht endgültig den Anschluss verlieren“, kündigt Bitomsky an. Er vermisst bei der Infrastrukturplanung vor allem die große Linie: „Warum zum Beispiel verschiebt man den Ausbau der A 7 nicht, bis eine neue Elbquerung mit der A 20 fertig ist ?“

Vorgestellt wurde der neue Mann im Itzehoer Autohaus Eskildsen, ebenfalls Mitglied im Verband. Nina Eskildsen macht dabei deutlich, dass vor allem auch die Region Itzehoe starke Impulse erwartet: „Alle Bundeswehrstandorte sind verschwunden, die Auswirkungen der Prinovis-Schließung noch nicht greifbar. Wir als Unternehmen gehen dennoch in Vorleistung mit unseren Investitionen – auch im Hinblick darauf, dass endlich etwas passiert.“

Blöckers C-Geschäftsführer Sebastian Koch kann da nur beipflichten: „Die Betriebe brauchen auch langfristig Planungssicherheit.“ Das gelte insbesondere auch mit Blick auf den zunehmenden Mangel an Fachkräften. Koch fordert auch mehr Initiative aus der Regfion heraus: „Man hat ein bisschen das Gefühl, das alle hier nur darauf warten, dass der Druck aus Hamburg immer größer wird und sich dann vielleicht mehr Menschen und Betriebe an der Westküste ansiedeln.“

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