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Schützenpark : „Der Name hat wieder ein Gesicht“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Rund 200 Einwohner und Gäste kommen i Brokstedt zur Neu-Einweihung des Geländes.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 17:00 Uhr

„Nichts besseres hätte passieren können, als diesen Platz lebendig zu halten“, betonte Pastor Dr. Hartmut Schmidt, der gestern die Neugestaltung des Schützenparks segnete und für Freundlichkeit und Geselligkeit plädierte. Rund 200 Besucher waren gekommen und lauschten den Reden und der Musik. Bürgermeister Clemens Preine dankte Wilfried Beste, der ein Stück seines Waldes zur Verfügung gestellt hatte, damit die alte Lindenallee wieder als Eingang zum Schützenpark hergerichtet werden konnte. Die Hälfte der eingesetzten Gelder zum Wanderwegekonzept werden über EU-Mittel getragen. Dazu gehören eine neu erbaute Schutz- und Informationshütte, das hölzerne Eingangstor, in Form gebrachte Wanderwege, Tische und Bänke, Trimmgeräte und eine Tai-Chi-Wiese.

Als Ehrengäste begrüßte der Gemeindechef Gerd Meier und Heinz Pott, die schon für die Chronik über den Schützenpark recherchiert hatten. Ebenso vertraut mit der Geschichte des Parks ist Archivar Klaus-Dieter Westphal. „Der Name hat wieder ein Gesicht“, meinte er. Westphal zitierte aus einem Bericht des Störboten vom 7. August 1906, in dem ein Scharfschießen mit dem Militärgewehr Modell 71 angekündigt wurde wie ebenso die Errichtung eines Schießstandes. Zudem konnte der Archivar über den Besitzverlauf des Schützenparks über Frieda Meyer und später deren Tochter Jolande Meyer berichten. Letztere bot der Gemeinde das Grundstück 1974 zum Kauf an. Aber erst 1984 kam es zum Abschluss. Für so manchen ist das Gelände mit besonderen Erinnerungen verbunden. Gerd Meier zum Beispiel hatte während seiner Schulzeit (1934 bis ’42) dort heimlich die verformten Bleikugeln aus dem Wall gesammelt und daraus Bleisoldaten gegossen. „Ich habe als Kind, vor 70 Jahren, hier immer Pfifferlinge gesammelt“, berichtete Erika Kohn aus Borstel. „Ich als Neubürgerin habe dafür gesorgt, dass der Platz hier schön geworden ist“, erinnert sich Edeltraud Fölster an das alte, verfallene Schützengebäude. Sie lobte Clemens Preine, der sich dem „Schandfleck“ umgehend und unbürokratisch angenommen habe. „Hier im Wald habe ich schon mit den Nachbarskindern gespielt und – heimlich geraucht“, erzählte Rentner Jürgen Siebrandt schmunzelnd.

Zur Auflockerung und Einstimmung in die Handhabung der Trimmgeräte, ließ der Vorsitzende vom Seniorenrat, Peter Schildwächter, drei überdimensionale Luftballons in die Luft, die von allen Gäste immer oberhalb des Waldbodens gehalten werden sollten. Schildwächter selbst zeigte sich vertraut mit den Geräten für Schulter, Rücken, Bein und Ganzkörper und fand sogleich Nachahmer. „Es zieht in den Beinen, aber sonst ist es gut“, meinte Monika Janssen. „Ich finde es ganz ganz klasse, was hier für die Senioren gemacht wird“, betonte Elke Peters. Auf der Tai-Chi-Wiese animierte Ilona Torp mit leichten Yogaübungen zum Mitmachen. Für den musikalischen Rahmen sorgten die Jagdhornbläser der Störthalrotte sowie Kantor Peter Reinhard auf dem Akkordeon. Über die gute Stimmung freute sich auch der baubegleitende Ausschuss mit Walter Frömming, Wolfgang Hempel und Clemens Preine.

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