zur Navigation springen

Verkauf : Der Meistbietende bekommt den Sportplatz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wilster wirft ein Sahnestück mitten in der Stadt auf den Immobilienmarkt. Investoren können bis 25. August ein Gebot abgeben.

Für Investoren könnte es das reinste Sahnestück sein: Mitten in der Stadt, kurze Wege und bereits weitgehend erschlossen. So stellt sich der Sportplatz am Brook da. Mit der Fertigstellung des Wilstermarsch-Stadions werden die Fußballer das Gelände räumen. Dann soll auf dem knapp einen Hektar großen Grundstück gleich neben der Au Wohnbebauung errichtet werden. Für das Gelände sucht die Stadt jetzt einen Käufer, der allerdings mindestens 250  000 Euro auf den Tisch legen muss. Den Zuschlag soll am Ende der Investor bekommen, der das höchste Gebot und einen schlüssigen Vorschlag für die Bebauung vorlegt.

Mit dem Errichten von Wohnhäusern geht auf dem Gelände eine jahrzehntelange sportliche Nutzung zu Ende. Bürgermeister Walter Schulz erinnert sich noch gut daran, wie er schon als Jugendlicher hier für Alemannia Wilster Fußball gespielt hat. Einst war die Fläche am Brook eine Wiese, auf der sich vorwiegend Schweine getummelt hatten. Gleich nach dem Krieg könnten hier auch Schrebergärten gewesen sein. Mehr als 60 Jahre lang wurde hier aber Fußball gespielt. Der Platz war all die Jahre die zentrale Sportstätte nicht nur für die Stadt, sondern auch für viele Umlandgemeinden. „Die Dörfer hatten damals ja noch keine eigenen Fußballpätze.“ Der heute 69-Jährige erinnert sich auch noch gut daran, dass auf dem Sportplatz immer viel los war: „Damals gab es ja noch Jugendmannschaften ohne Ende.“

Mit der Sanierung des Wilstermarsch-Stadions ist das endgültig Vergangenheit. Die Übergabe des Brook-Platzes an den neuen Eigentümer soll zeitgleich mit der Fertigstellung des Stadions erfolgen. Dabei würde der Platz so übergeben, wie er jetzt dasteht. Lediglich Ballfangzaun, Lichtmasten und Container würden noch abmontiert und abtransportiert. Und für die fällige Entsorgung des Ascheplatzes würde sogar noch ein Bodengutachten mitgeliefert. Nach den Vorstellungen der Stadt sollen am Brook 15 bis 16 Wohneinheiten entstehen, die sich möglichst an die vorhandene Bebauung in der Nachbarschaft anpassen sollen. Mit dem Verkauf soll auch gleich ein entsprechender Erschließungsvertrag abgeschlossen werden. Der Investor übernimmt dabei die komplette Erschließung einschließlich der Niederschlags- und Schmutzwasserbeseitigung. Auch hier kann aber auf schon vorhandene Infrastruktur zurückgegriffen werden.

Parallel zur Kaufabwicklung würde die Stadt einen mit dem Investor eng abgestimmten Bebauungsplan auf die Beine stellen. „Die Vorgaben sind hier bewusst noch sehr offen gehalten“, macht Sven Baumann, beim Amt zuständig für Finanzen und Liegenschaften, deutlich. Einzelhäuser seien denkbar, aber auch Gebäude, die sich in Richtung seniorengerechtes Wohnen weiterentwickeln lassen. Möglich wären auch drei bis vier Wohneinheiten als Reihenhäuser oder auch so genannte Stadtvillen. Wie viele Grundstücke am Ende genau zur Verfügung stehen, hänge von den Detailplanungen des Investors ab. Unterm Strich könnte es jedenfalls eine günstige Möglichkeit werden, an attraktives Bauland zu kommen. Sollte das Höchstgebot am Ende nicht deutlich über dem Mindestgebot liegen, lägen die Quadratmeterpreise voraussichtlich bei unter 30 Euro – und das bereits mit Anbindung an das vorhandene Straßennetz. Die Zuwegung zum Baugebiet soll über die Stichstraße Am Brook erfolgen.

„Das alles ist relativ einfach erschließbar“, hofft denn auch Bürgermeister Walter Schulz auf zahlreiche Interessenten und schließlich auf eine gute Einnahme für die Stadtkasse. „Letztlich geht es über den Preis“, weiß er. Und noch einen schönen Nebeneffekt gibt es für die Stadt. Neuer Wohnraum sorgt für neue Einwohner, was wiederum die Finanzkraft der Stadt verbessert.

Wer Interesse an dem genau 9586 Quadratmeter großen Sportplatzgelände hat, sollte sich allerdings sputen. Interessenbekundungen inklusive Gebot nimmt Sven Baumann beim Amt Wilstermarsch bis spätestens Freitag, 25. August, entgegen. Nach der Prüfung und Beratungen in städtischen Gremien soll der Meistbietende den Zuschlag bekommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen