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Norddeutsche Rundschau

16. August 2017 | 17:41 Uhr

Der Mann mit den 70 Gesichtern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kabarettist Jörg Knör war zu Gast im Theater Itzehoe und hatte viele Parodien Prominenter zu bieten

Er hat sie fast alle drauf: Egal ob Angela Merkel, Heino oder Helmut Schmidt – der Parodist Jörg Knör kann über siebzig Prominente nachmachen. Mittwoch war er mit seinem aktuellen Programm „Vip Vip Hurra!“ zu Gast im Theater. Und der Entertainer versuchte, fast 70 Charaktere auftreten zu lassen.

Knör philosophiert über politisch unkorrekte Lieder und aktuelle Promi-Meldungen. Der Künstler arbeitet mit einer digitalen Leinwand und einer „Printtafel“, auf der er schnell und gekonnt die Stars porträtiert. Sein Motto: „Besser schlecht von Knör gemalt, als vom Leben gezeichnet.“

Knör greift aktuelle Themen wie die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer und bereits abgearbeitete, wie den Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, auf. Der Rettungsschirm für Griechenland, die „Truppen-Ursel mit der Leyenspielgruppe“ und der Berliner Flughafen, dessen Eröffnung Knör für den 16. Januar 2037 orakelte – der Kabarettist lässt nichts aus. Er wandelt dabei auf schmalen Grat durch den guten Geschmack und droht mehrmals knapp unter die Gürtellinie zu rutschen. Kostprobe gefällig? „Ich trag’ das Mieder von Triumph, das drückt das Fett bis in den Strumpf“ – schwelgt Knör in Erinnerungen, bevor er zugibt, gern einmal Begleiter der Shopping Queen zu sein.

Knör schlüpft dabei in fast alle Rollen und wechselt gekonnt die Stimmfarben. Ob Marcel Reich-Ranicki die Biografie von Dieter Bohlen verreißt, Gerhard Schröder für seinen Freund Wladimir Putin singt oder Karl Lagerfeld die Kanzlerin modisch berät – Knör kann sie alle und begeistert damit das Publikum. Désirée Nick telefoniert mit Klaus Wowereit, Professor Bernhard Grzimek erklärt die Paarung von Hering und Gurke, Helmut Schmidt spricht über seine Frau Loki – und natürlich präsentiert sich Knör auch in seiner Paraderolle als Inge Meysel.

Und auch das Publikum ist ganz nah dran: Seelotse Jochen aus Brunsbüttel sitzt in der ersten Reihe und darf auf der Bühne seinen Beruf erklären, während Jörg Knör ihn zeichnet. Und zum Abschluss bringt der Kabarettist das Itzehoer Publikum auch noch zum Singen. Mehr kann man nicht erwarten.


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