Der Klangmeister der Matjeswochen

Sorgt mit seiner Technik dafür, dass bei den Glückstädter Matjeswochen auf zwei Bühnen in der Stadt nichts mehr schief gehen kann: Jens Möller mit seiner Firma „Bek Stage“.
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Sorgt mit seiner Technik dafür, dass bei den Glückstädter Matjeswochen auf zwei Bühnen in der Stadt nichts mehr schief gehen kann: Jens Möller mit seiner Firma „Bek Stage“.

Jens Möller ist mit seiner Firma „Bek Stage“ dafür verantwortlich, dass auf den Bühnen von Glückstadts Sommerfest die Technik stimmt

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26. Mai 2015, 16:42 Uhr

Wenn bei den Glückstädter Matjeswochen angesagte Bands auf zwei Bühnen mit ihren Live-Auftritten gute Laune in der Stadt verbreiten, dann liegt das zum einen an den Auftritten der Musiker. Aber zum anderen – und das ist fast ebenso wichtig – an der Technik.

Dafür, dass diese funktioniert, sorgt seit 2007 eine kleine Firma aus Bekdorf. Die „Bek-Stage Veranstaltungstechnik GmbH“ von Ton- und Lichttechniker Jens Möller (48) stellt die Lautsprecheranlagen, Mischpulte, Monitore und Mikrofone auf den Bühnen am Marktplatz und am Hafenkopf. Zwei 7,5-Tonner liefern die Ausrüstung, anschließend arbeiten sechs Leute hinter den Kulissen. Sie bauen die Boxen, Traversen und das Licht auf, betreuen die Veranstaltung technisch und bauen hinterher auch wieder ab. Bei den 48 und 24 Quadratmeter großen Bühnen sieht Jens Möller die Herausforderung vor allem darin, Verstärker, Dimmer und Stromverteiler so zu platzieren, dass die Ausrüstung nicht zu sehen ist – und die Bühne gut aussieht. „Deshalb stellen wir diese unter oder neben die Bühne und decken sie mit Planen ab.“

Für die viertägige Veranstaltung gibt es eine genau berechnete und ausgerichtete Beschallung – „um die Bewohner nicht mit zu viel Lärmemission zu nerven, gibt es Lautsprecher, die den Schall mit Hilfe einer Software in einem genauen Abstrahlwinkel abgeben“, erklärt Jens Möller.

Schwieriger sei es da schon, an der Bühne am Hafenkopf übers Wasser hinweg einen guten Sound hinzubekommen, was Möller mit stark gerichteten Lautsprechern schafft. Er richtet ein „Hornsystem“ ein, um mit guter Klangqualität auf die benötigte Reichweite zu kommen.

Schon der Aufbau auf der schwimmenden Bühne ist schwierig: „Wir müssen alles hintragen zum Ponton, denn es gibt keine Rampe. Das ist schon anstrengend“, schildert er. Ein Vorteil sei, dass die Lautsprecher immer kleiner und leistungsstärker würden. Waren es früher Riesen-Boxentürme, so würden heute kleine Kästen voller Technik eingesetzt, die computergesteuert mehr Möglichkeiten bieten.

Besonders anstrengend wird es für Möllers Mitarbeiter in den kurzen Umbaupausen während des Programms. Wenn eine Band ab- und die nächste aufbauen muss, haben sie nur 20 Minuten Zeit. „Das sind große Herausforderungen, denn hier sind deutlich mehr Künstler als früher am Werk, bis zu sechs am Tag.“ Da heiße es: konzentriert arbeiten, schnell sein, wissen, was man tut, gut planen. „Unsere technische Abwicklung hat bislang aber immer gut geklappt, es gab nie größere Ausfälle.“ Durch das Programmieren der Technik sei der Anspruch ans Personal aber höher geworden. Waren es früher einfache Roadies, so ist es heute ein Ausbildungsberuf.

In den Nächten wird die Technik zusammengeräumt. „Am nächsten Morgen ab 10 Uhr geht es ja schon weiter. Das sind für uns dann 16-Stunden-Schichten.“ Als Tontechniker steht Jens Möller auch in Glückstadt selbst an einer Bühne am Mischpult, „denn ich bin immer mit Leidenschaft dabei.“ Auf seine freien Mitarbeiter, die die andere Bühne betreuen, muss er sich verlassen können. „Ich bin immer nervös vorher, denn es gibt Sachen, die ich nicht in der Hand habe, wie etwa einen Stromausfall. Dann muss man einen klaren Kopf und die Ruhe haben, damit alles schnell wieder funktioniert.“

Die Musik nimmt Jens Möller gar nicht mehr wahr, liegt sein Fokus doch auf dem Sound. „Der muss immer gut sein.“ Einen Wunsch hat er aber noch: „Ich arbeite schon seit acht Jahren bei den Matjeswochen, aber es hat mir noch nie jemand einen Matjes angeboten. Probieren würde ich den schon gerne mal.“

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