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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 13:40 Uhr

Light Jockey : Der Herr über das Party-Licht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Light Jockey Alexander Arentewicz sorgt bei Veranstaltungen für die richtige Atmosphäre. Der gelernte Radio- und Fernsehtechniker ist vor allem im Colosseum in Wilster aktiv.

von
erstellt am 30.Dez.2013 | 17:15 Uhr

Sie sind die Herren der Regler und sie sorgen dafür, dass jede Party ins rechte Licht gerückt wird – während sie selber abseits im Dunkeln stehen: die „Light Jockeys“. Einer von ihnen ist Alexander Arentewicz (26) aus St. Margarethen. Der gelernte Radio- und Fernsehtechniker sorgt seit drei Jahren für die Veranstaltungstechnik, vor allem im „Colosseum“ in Wilster, aber auch bei Partys in der Umgebung und darüber hinaus.

Dazu gekommen ist er über einen Bekannten vom Junior-Chef des Colosseums, Mario Mehrens. „Ich habe das als Hobby angefangen“, erzählt er, nun ist er semi-professionell dabei. Bei Veranstaltungen ist Alexander Arentewicz meist mit DJ Bernd Sitzenstock unterwegs. „Wir bauen dann die komplette Technik auf für Licht und Ton und bedienen während der Veranstaltung das Lichtpult“, schildert er.

Licht machen bei einer Veranstaltung, das sei zunächst einmal pures Krafttraining. „Wir müssen die Musikanlage, die PA, schleppen, die Boxen, Hochtöner und Bässe aufstellen, das DJ-Pult aufbauen.“ Angeschlossen werden auch der CD-Player, das Mischpult und die Lichttechnik, und aufgebaut werden müssen auch Alu-Traversen für die Scheinwerfer. Das dauert nicht unter zwei Stunden für eine Disco-Veranstaltung.

„Bei Beach-Partys wie in Brunsbüttel brauchen wir aber viel länger dazu, etwa acht bis zehn Stunden.“ Bei Mario Mehrens' Scheunenfete in Wetterndorf muss zusätzlich noch der Tower aufgebaut werden, und das dauert dann noch länger. „Da fangen wir schon Tage vorher an.“ Aber sie sind mit ihren Licht- und Tonanlagen nicht nur bei nächtlichen Partys vertreten, sondern auch bei Veranstaltungen wie dem Marathon in Hamburg. Dafür haben sie um Firmeneigentümer Mario Mehrens viele kleine Bühnen, teils mit Moderationen, im Angebot.

„Beim Lichtmachen muss man zuerst auf die Musik achten. Wird sie schneller, wird das Licht auch unruhiger. Wird sie langsamer, wird das Licht ruhiger. Dann ändern sich die Farben etwas gemächlicher.“ Über die Lichttechnik hinaus sind die Techniker auch für Nebel und „Blinder“ zuständig.

Die Light Jockeys betätigen während der Partys die Scheinwerfer analog zur Musik, stehen oder sitzen jeweils etwa zwei Stunden lang auf Stühlen oder dem Technik-Case am Lichtpult. „Da kann man nebenbei höchstens mal etwas trinken.“ In Absprache mit dem Discjockeys müssen sie besonders bei den Intros konzentriert sein, denn teils zelebrieren sie diese sehr heftig, sogar mit Einsatz von Pyrotechnik.

Jeder Light-Jockey hat einen eigenen Stil. Die einen mögen es im Saal eher heller, andere lieber dunkler. Es kommt darauf an, die Farben auf spannende Weise auszuwählen. „Viel richtet sich dabei nach der Musik.“ Einziger Haken: Während das Publikum auf die Musik der DJs sehr genau achtet, steht der Light Jockey im Dunkeln und wird von den Gästen meist auch gar nicht bemerkt. „Genau genommen ist das Lichtmachen ein undankbarer Job“, weiß Alexander Arentewicz. „Es gibt oft Rückmeldungen für die DJs, aber nicht für die Lichttechniker.“

Trotzdem ihm das großen Spaß, „man lernt viel dazu, verbessert und verändert seinen Stil, probiert mit der Zeit immer mehr aus.“ Interessant wird es für ihn, wenn er in seinem Job berühmte Interpreten kennenlernt wie aus den Charts. So hat er schon DJ Pulsedriver, den „DJ der guten Laune“ oder DJ Novo getroffen. Und die Nachteile an dem Job? Da muss Alexander Arentewicz lange überlegen: „Schlecht ist es nur, dass man am Wochenende immer unterwegs und nur selten zu Hause ist.“

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