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Ausstellung : Der „Große Krieg“ und seine Folgen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ausstellung „Helm ab zum Gebet – 100 Jahre Ausbruch Erster Weltkrieg“ in Hohenlockstedt mit 180 Gästen eröffnet.

Die Erinnerung wachhalten – lernen für die Zukunft aus der Katastrophe der Vergangenheit. Diese Mahnung zog sich durch alle Reden bei der Ausstellungseröffnung „Helm ab zum Gebet – 100 Jahre Ausbruch Erster Weltkrieg“. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Militär – auch aus Finnland und Belgien – gehörten zu den 180 Gästen, die der Vorsitzende des Vereins für Kultur und Geschichte, Achim Jabusch, im gemeindlichen Bauhof und im benachbarten Museum am Wasserturm am Freitagabend begrüßte.

„Der Erste Weltkrieg und das Gedenken an diesen berührt ganz konkret auch Hohenlockstedt mit seinen historischen Wurzeln als einstiger Truppenausbildungsplatz Lockstedter Lager“, sagte Schleswig-Holsteins Kulturministerin Anke Spoorendonk. Doch der Erste Weltkrieg berühre in diesen Wochen und Monaten weit darüber hinaus auch ganz Deutschland. Er beeinflusse unser Denken und Handeln in der Gegenwart der gemeinsamen Europäischen Union unbewusst mehr, „als wir auf den ersten Blick wahrnehmen können und vielleicht wahrhaben wollen. Und das, obwohl wir in Deutschland den Ersten Weltkrieg weitestgehend vergessen haben, weil er in unserer Wahrnehmung vom schlimmeren Grauen des Zweiten Weltkrieges und der NS-Terrorherrschaft überlagert wurde“. In der Sicht der europäischen Nachbarn und Freunde in Belgien, Frankreich und Großbritannien war der Große Krieg, wie er in diesen Ländern heiße, jedoch immer gegenwärtig, betonte Spoorendonk.

Dies bestätigten sowohl der belgische Verteidigungsattaché Colonel Frank Claeys als auch Jan Vancouillie, der die Einführungsrede hielt. Der belgische Historiker hatte vor Jahren bei einem Finnentag die Idee einer länderübergreifenden Ausstellung zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges gehabt. Belgien und vor allem Flandern hätten sehr unter dem Ersten Weltkrieg gelitten. Deshalb werde es in den nächsten vier Jahren viele Gedenkveranstaltung in seinem Land geben, so Vancouillie. Der Historiker ist Mitglied im Geschichtsverein Wibilinga in Wewelgem, der zusammen mit dem Verein für Kultur und Geschichte Hohenlockstedt, dem Historischen Seminar der Universität der Christian-Albrechts-Universität Kiel unter Leitung von Professor Dr. Martin Krieger und dem finnischen Jägermuseum in Kauhava die Ausstellung, die auch in Belgien und Finnland zu sehen sein wird, vorbereitet hat. Das finnische Augenmerk liegt dabei vor allem auf dem Jahr 1915, als Finnen, getarnt als Pfadfinder, ins Lockstedter Lager kamen und dort für den finnischen Freiheitskampf ausgebildet wurden. „Die Jägerbewegung hat bei diesem Kampf, aber auch später in Finnland eine wichtige Rolle gespielt“, sagte der finnische Verteidigungsattaché, Kapitän zur See Juha Pallaspuro. „Die Hohenlockstedter leben in der Gegenwart und schauen in die Zukunft, ohne die Vergangenheit zu vergessen. Dies müssen wir alle tun.“

Die beiden Schirmherren der Ausstellung, die Landtagsabgeordneten Birgit Herdejürgen (SPD) und Heiner Rickers (CDU), zeigten auf, dass ihre Familien, wie viele andere auch, persönlich vom Ersten Weltkrieg betroffen waren. So las Rickers aus einem Feldpostbrief vor, der an den Bruder seiner Urgroßmutter gerichtet war. Dieser Bruder überlebte seine Verletzungen nicht und starb im Lazarett des Lockstedter Lagers. Und Birgit Herdejürgen berichtete von ihrem Großvater und seinem Bruder, der im Krieg gefallen war.

Dass die Ausstellung zum Nichtvergessen beiträgt, betonten auch Hohenlockstedts Bürgermeister Jürgen Kirsten und Kreispräsident Peter Labendowicz. Der Kreispräsident zeigte sich darüber hinaus stolz, dass eine Ausstellung von „internationaler Bedeutung“ im Kreis Steinburg stattfinde.

Musik vom b-team Bläserkreis aus Itzehoe umrahmte die Eröffnung. Stärken konnten sich die Gäste anschließend bei Kartoffelpuffer, Würstchen und Suppe, zubereitet nach einem Originalrezept für damalige Soldaten: Zwei Liter Wasser, zwei Maggi-Würfel und 500 Gramm Brot. Dies musste dann für vier Personen reichen.

 

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erstellt am 10.Feb.2014 | 17:00 Uhr

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