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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 21:03 Uhr

Kultur : Der Fluch der ewigen Jugend

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Landestheater Burghofbühne überzeugt im Theater Itzehoe mit „Das Bildnis des Dorian Gray“

„Jugend – es gibt nichts Kostbareres auf der Welt.“ Das ist der Schlüsselsatz. Dorian Gray will auf keinen Fall seine Jugendlichkeit verlieren – auch wenn es ihn seine Seele kostet. 1890 schrieb Oscar Wilde das Buch, jetzt brachte das Landestheater Burghofbühne „Das Bildnis des Dorian Gray“ auf die Bühne im Theater Itzehoe.

„Jedes gute Portrait ist ein Selbstbildnis des Künstlers, das Motiv ist nur ein Zufall“, erklärt Kunstmaler Basil (Christoph Bahr) seinem Freund Lord Henry (Markus Kloster). Basil ist der Schönheit seines Modells Dorian Gray (Carlo Sohn) förmlich verfallen, auch Henry freundet sich mit ihm an. Er erklärt dem jungen Dorian das Wunder der Jugend und wie schnell sie vergeht. Der junge Mann ist tief verunsichert, fortan lebt er ein ausschweifendes Leben mit Alkohol, Frauen und Drogen. Er geht sprichwörtlich über Leichen, wird immer unberechenbarer und egoistischer. Als Dorian Gray erkennt, dass sein größter Wunsch, das Gemälde möge altern und nicht er, in Erfüllung gegangen ist und das Bild seine begangenen Sünden widerspiegelt, erfasst er seinen Fluch.

Alle Darsteller spielen nicht nur ausdrucksstark ihre Rollen, sondern zeigen auch ihr musikalisches Können. Die Inszenierung hält sich dicht an die literarische Vorlage, aber in moderner Bearbeitung von John von Düffel. Sibyl (Lara Christine Schmidt) singt den Rihanna-Hit „Shine Bright Like A Diamond“, während Lady Wotton (Manuela Stüßer) am Keyboard musikalisch die Atmosphäre untermalt. Maler Basil und Bruder Jim (Daniele Nese) drücken mit Led Zeppelins „Stairway To Heaven“ die Stimmung von Dorian Gray aus – mal laut, mal düster und immer erhaben. Außerdem wird in dem eher kargen Bühnenbild mit Video-Projektionen gearbeitet. „Die Tragödie des Alterns ist, dass man zu jung dafür ist“, stellt Henry fest. Auch er muss sein Leben lassen, und in einem Anflug von Verzweiflung zerstört Dorian Gray sein Bildnis und damit auch seinen Bann.

Das Publikum zeigt sich begeistert von der Aufführung – auch die anwesenden Schulklassen verfolgen das Stück aufmerksam.

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