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Kreishaus-Debatte : Der Fahrplan zum neuen Kreishaus steht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Steinburger Kreistag hat die aktuellen Planungen der Verwaltung gebilligt. Die Ausschreibung für ein Architektenbüro beginnt im Frühjahr.

von
erstellt am 21.Dez.2016 | 05:00 Uhr

Nun können die Detailplanungen beginnen: Mit einer deutlichen Mehrheit hat sich der Kreistag am Montagabend für einen Neubau des Kreishauses an der Viktoriastraße ausgesprochen und die aktuellen Zeit- und Kostenpläne der Verwaltung gebilligt. Ein Gegenantrag der CDU-Fraktion, der vorsah, die Pläne der Verwaltung lediglich zur Kenntnis zu nehmen, fand keine Mehrheit.

Mit dem Beschluss hat der Kreistag den von der Verwaltung ermittelten Kostenrahmen von 36 Millionen Euro ebenso als Projektziel festgeschrieben wie einen so genannten Grobzeitplan, der eine Fertigstellung des Baus in zwei Abschnitten bis zum Jahresende 2023 vorsieht. Ebenfalls festgelegt wurde, dass der Abriss des Bahnhofshotels und des Bollhardt’schen Gebäudes geplant wird. Deren Fassaden sollen allerdings erhalten bleiben. Der Neubau soll in Form einer Acht dahinter entstehen (wir berichteten).

Als nächster Schritt ist nun die Vergabe der Planungsleistungen an einen Architekten vorgesehen, die bis Sommer 2017 abgeschlossen sein soll. Parallel will die Verwaltung das Raumkonzept weiter ausarbeiten. Ende des Jahres 2017, so sieht es der Zeitplan vor, soll der Kreistag erneut über dann deutlich detailliertere Planungen abstimmen. Baubeginn für den ersten Abschnitt könnte dann Mitte 2018 sein.

In der längeren Debatte vor dem Beschluss sprachen sich Vertreter von SPD, Grünen, FDP, Bürgerliste Steinburg und Wählerinitiative Steinburg (Wist) für die so genannte Quartierslösung im Itzehoer Zentrum aus. „Wir haben eine klare Position und sind für den Verbleib der Kreisverwaltung im Herzen Itzehoes“, stellte Heinrich Voß für die Grünen klar. Hans Emil Lorenz (Wist) zog die Verbindung zu den Plänen zur Sanierung der Innenstadt: Der Verbleib der Kreisverwaltung sei für deren Erfolg wichtig.

Für Willi Göttsche (FDP) ist das „Für und Wider“ in der Standortfrage intensiv erwogen worden. Nun sei es Zeit, endlich konkrete Planungen auszuarbeiten. Auf deren Grundlage seien dann erneut Entscheidungen zu treffen wie beispielsweise, ob die Fassaden der historischen Gebäude an der Viktoriastraße tatsächlich erhalten werden. „Vielleicht ergibt sich ja, dass die Fassaden nicht stehen bleiben. Ich würde das begrüßen“, so Göttsche. Wichtig sei, dass Politik und Verwaltung „Arm in Arm“ an einer guten Lösung arbeiten.

Vertreter von CDU, Piraten und Freien Wählern brachten erneut ihre Zweifel an der Quartierslösung und vor allem an der aktuellen Kostenschätzung von 36 Millionen Euro zum Ausdruck. „Wir sollen hier etwas zustimmend zur Kenntnis nehmen und den Bedarf sowie den Kostenrahmen anerkennen“, sagte Siegfried Hansen (Piraten). „Aber wie können wir das tun, wenn die Rahmenparameter maximal eine grobe Schätzung sind?“ Deshalb könne man die aktuellen Pläne nur zur Kenntnis nehmen.

CDU-Fraktionschef Reinold Wenzlaff wies Vorwürfe im Vorfeld der Sitzung, insbesondere seine Partei hintertreibe die bereits im Sommer 2015 gefällte Grundsatzentscheidung des Kreistages zum Bau an der Viktoriastraße, scharf zurück. Dies sei „unter der Gürtellinie“. Die CDU werde die Mehrheitsentscheidung für die Quartierslösung sehr wohl akzeptieren, auch wenn man sie nicht für optimal halte. „Wir hintertreiben nichts, sondern werden den Prozess kritisch, aber konstruktiv begleiten.“

Im Kreisbauausschuss hatten CDU und Piraten sich für eine aktualisierte Kostenschätzung für einen Neubau auf dem Alsengelände ausgesprochen (wir berichteten). Der Kreistag lehnte das Ansinnen ab. Es sei, betonte Wenzlaff, nicht als Start in eine parallele Planung für diesen Standort zu verstehen. Die Summe von gut 50 Millionen Euro solle lediglich als „Eichgröße“ für die Quartierslösung in Erinnerung bleiben. „Mehrkosten, die durch die Quartierslösung entstehen, hat nicht die CDU zu verantworten“, stellte Wenzlaffs Fraktionskollege Werner Schultze klar.

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