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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 19:58 Uhr

Denkmalschutz mit Mut zur Farbe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Auftaktveranstaltung für den „Tag des offenen Denkmals“ in der Itzehoer Kaiser-Karl-Schule – „ein Mosaikstein für nachhaltige Kulturpolitik“

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erstellt am 14.Sep.2014 | 11:34 Uhr

Nicht ohne Grund hat am Sonnabend die landesweit 15. Auftaktveranstaltung zum „Tag des offenen Denkmals“ in der Aula der Kaiser-Karl-Schule in Itzehoe stattgefunden, für den das Thema Farbe als Schwerpunkt gewählt worden war. Beispiele vom Mut zur Farbe zeigten Arbeiten des Künstlers Wenzel Hablik an den Wänden der Aula.

„Unsere KKS ist ein Baudenkmal und bauhistorisch das älteste Gymnasium in Schleswig-Holstein“, stellte der Leiter der Bildungseinrichtungf, Dr. Hartmut Blank, bei der Begrüßung fest. Schon 2016 könne die KKS ihr 150-jähriges Bestehen feiern, verriet er nicht nur dem breiten Publikum, sondern vor allem der Justiz-, Europa- und Kulturministerin Anke Spoorendonk als Hauptrednerin dieses Nachmittags. Die KKS, so gab die Ministerin bekannt, sei als Kulturschule des Landes ausgezeichnet worden. Die damit verbundene finanzielle Anerkennung in Höhe von 5000 Euro solle der Schule in einer gesonderten Veranstaltung übergeben werden, versprach Anke Spoorendonk.

„Zukunft braucht Herkunft“ erinnerte der Schulleiter an den Philosophen Odo Marquard. Wer sich nicht an seine Herkunft erinnere, habe auch keine Zukunft. Auf dieser Grundlage sei der Tag des offenen Denkmals ein Mosaikstein für eine nachhaltige Kulturpolitik.

Der Tag des offenen Denkmals, so die Ministerin, sei nicht allein für viele private Eigentümer, ehrenamtliche Helfer und engagierte Vereine, sondern auch für die mit der Erhaltung von Denkmälern befassten Berufsgruppen wie Architekten, Handwerker und Restauratoren eine wunderbare Gelegenheit, ihr Engagement und ihre Arbeit in der Öffentlichkeit zu zeigen. Denkmalschutz habe nichts mit einer rückwärtsgewandten und verstaubten Wissenschaft zu tun. Das wisse jeder, der einmal Restauratoren bei der Arbeit über die Schulter geschaut habe, sagte Anke Spoorendonk bei einem vorangegangenen Besuch des farbenprächtigen Wenzel-Hablik-Hauses in der Talstraße. Dank sagte sie dem Eigentümer Peter Ott für die Bereitschaft, das historische Esszimmer der Villa freilegen und mit dem Mut zur Farbe die Arbeiten des Künstlers Wenzel Hablik wieder beleben zu lassen.

Landrat Dr. Torsten Wendt verwies auf die Vielzahl von Kulturschätzen im Kreis Steinburg und nannte unter anderem die Bismarcksäule, das Hablik-Haus, die Laurentii-Kirche mit dem angrenzenden Kloster, die beiden Rathäuser in Wilster, das Stadtdenkmal Glückstadt, das Alfred-Döblin-Haus in Wewelsfleth sowie zahlreiche Bauernhäuser, Katen und Scheunen. „Diese Objekte sind nicht nur Geschichte, sondern erzählen auch Geschichten von Menschen dieser Region.“ Denkmalschutz hob der Landrat als ein gemeinschaftliches Anliegen hervor. Er fuße auf das Denkmalschutzgesetz des Landes. „Aber Gesetze, die jeden glücklich machen, sind faktisch nicht möglich.“

Landeskonservator Dr. Michael Paarmann lobte das unbegrenzte Spektrum der Farbvariationen bei der Gestaltung der Baudenkmäler außen und innen. Alte Farbfassungen zu sichern, zu konservieren und zu restaurieren sei für die Denkmalspflege immer wieder eine Herausforderung. In diesem Zusammenhang unterstützte Paarmann den Vorstoß des Restauratorenverbandes, seine Berufsbezeichnung unter gesetzlichen Schutz zu stellen. Dies quittierten die Zuhörer ebenso mit Beifall wie seinen Appell an den Kreis Steinburg, die Stelle des Denkmalpflegers mit einer Vollzeitkraft zu besetzen.

Einen musikalischen Glanzpunkt der Veranstaltung in der KKS setzte die Sopranistin Frauke-Maria Thalacker aus Hamburg. Am Klavier von Satoko Umemori-Gaviano begleitet, sang sie einen Liederzyklus mit fünf Kompositionen von Richard Strauß. Im Anschluss hatten alle Teilnehmer Gelegenheit, eine Ausstellung mit historischen Farbbefunden und einem Entwurf des Künstlers Benjamin Mastaglio zur Farbgestaltung zu besuchen.

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