Informationsveranstaltung : Denkmalschutz: Infos für die Bürger

Privater Denkmalschutz: Prof.  Hartwig Schmidt und Dr. Friederike Heyser , Besitzer der  „Alten Bäckerei“ von 1681 am Hafen,  bekamen den Bundespreis für „Handwerk in der Denkmalpflege“.
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Privater Denkmalschutz: Prof. Hartwig Schmidt und Dr. Friederike Heyser , Besitzer der „Alten Bäckerei“ von 1681 am Hafen, bekamen den Bundespreis für „Handwerk in der Denkmalpflege“.

Stadt lädt zum Gespräch ein. Expertinnen beantworten Fragen.

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26. März 2014, 05:00 Uhr

Glückstadts Charme liegt in seinen historischen Häusern. Prägnante öffentliche Gebäude wie das Rathaus und das Wasmer-Palais stehen unter Denkmalschutz. Eines der herausragenden Beispiele für private Initiative ist die „Alte Bäckerei“ am Hafen. Die Besitzer haben vor allem innen viel Geld investiert.

Doch gibt es Bürger, die Angst davor haben, dass ihr Haus unter Denkmalschutz gestellt wird. Grund ist die geplante Gesetzesänderung des Landes. Um darüber zu informieren, lädt die Stadtverwaltung am Dienstag, 1. April, um 18 Uhr in die Bürgerschule zu einer Informationsveranstaltung ein.

Zwei Fachfrauen werden fragen beantworten: Dr. Christina Wiener vom Kieler Ministerium für Justiz, Kultur und Europa und Beate von Malottky von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises Steinburg.

Glückstadt ist ein Stadtdenkmal. Das heißt, dass gesetzliche Regelungen zum Denkmalschutz von besonderer Bedeutung sind. So stehen zum Beispiel die Häuser am Binnenhafen zur Stadtseite unter Schutz. Aber auch der Kandelaber auf dem Marktplatz. Über 100 eingetragene Denkmäler gibt es in der Stadt, weitere 100 stehen auf einer Liste der „einfachen Denkmäler“.

Die Anregung zu der Veranstaltung kommt von der CDU. „Wir wollen den Denkmalschutz von der anderen Seite beleuchten“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Krafft-Erik Rohleder. Er nimmt damit Bezug auf die Veranstaltung vor kurzem in Borsfleth (wir berichteten). Dort warnte Anwalt Alexander von Rosenberg vor massiven Veränderungen und Eingriffen für Bürger in Bezug auf den Denkmalschutz.

Die „andere Seite“, dass ist das Ansinnen der Landesregierung. Ministerin Anke Spoorendonk plant ein Gesetz, das den „Schutz des kulturellen Erbes sicher stellt“.

Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch: „Bereits im Herbst 2013 wurde die geplante Gesetzesänderung in vier Regionalkonferenzen in Itzehoe, Lübeck, Plön und Flensburg vorgestellt und diskutiert. Eine wesentliche Änderung betrifft die Unterschutzstellung denkmalwerter Gebäude.“

Die Furcht vor dem neuen Gesetz soll bei der Veranstaltung auch diskutiert werden. Denn bisher konnte Widerspruch gegen solch ein Verfahren eingelegt werden. Künftig soll dies nur auf dem Klageweg möglich sein, dafür aber zeitlich unbegrenzt.

Dr. Busch: „Gerade diese Änderung wird in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Aber auch zu anderen Regelungen in dem Gesetzesentwurf gibt es offensichtlich Nachfragebedarf.“

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