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Norddeutsche Rundschau

26. September 2017 | 13:10 Uhr

Denkmalschutz : Denkmäler auf dem Prüfstand

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dr. Christina Wiener vom Kieler Ministerium informiert zum Thema Denkmalschutz

von
erstellt am 03.Apr.2014 | 05:00 Uhr

100 eingetragene Denkmäler gibt es in Glückstadt. Weitere 100 könnten es noch werden – sie stehen auf einer Liste als „einfaches Denkmal“. Mit der für Sommer geplanten Änderung des Gesetzes soll es künftig nur noch den Begriff der eingetragenen Denkmäler geben. Besonders dieser Punkt interessierte die Besucher einer Informationsveranstaltung, zu der die Stadt Glückstadt eingeladen hatte.

Erläuterungen zum künftigen Gesetz gab Dr. Christina Wiener vom Kieler Ministerium für Justiz, Kultur und Europa. Fragen beantworten Beate von Malottky von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises sowie Bürgermeister Gerhard Blasberg und Glückstadts Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch.

Am interessantesten war für einige Zuhörer: Wer ein „einfaches Denkmal“ hat, kann jetzt noch ohne Probleme bauliche Veränderungen vornehmen. Franz Stroh, Besitzer des ehemaligen Offiziersheimes am Neuendeich – ein einfaches Denkmal – hatte nach baulichen Veränderungen in seiner Pension gefragt. „Die Praxis entscheidet“, antwortete Dr. Wiener. Außerdem betonte sie zu Umbauten: „Es kann vom Eigentümer nicht erwartet werden, dass er ewig warten muss.“ Und wenn jemand einen Bauantrag stelle, müsse innerhalb von drei Monaten ein Bescheid von der Behörde kommen. „Ansonsten gilt der Antrag als genehmigt.“

Anders sieht es aus, wenn ein Objekt in Zukunft zum Denkmal erklärt wird. Dann muss jede Änderung mit der Behörde abgesprochen werden.

Seit gestern sind sieben Angestellte der Denkmalbehörde des Landes unterwegs, um bestehende Objekte zu prüfen und solche, die zu Denkmälern erklärt werden könnten. Zunächst recherchieren sie in Nordfriesland und Ost-Holstein. Wann sie in den Kreis Steinburg kommen und somit nach Glückstadt, ist noch unklar.

„Es ist nicht beabsichtigt, alle einfachen Denkmäler unter Schutz zu stellen“, erklärte Dr. Wiener. Denn die bestehenden Listen in Schleswig-Holstein seien fehlerhaft, manche Gebäude würde es schon gar nicht mehr geben. Außerdem müssten die Gebäude die Kriterien für Denkmalschutz erfüllen. „Die Behörde geht nicht streng nach Liste.“

Auf der anderen Seite sollen die Behördenmitarbeiter vor Ort recherchieren, ob es Objekte gibt, die noch unter Schutz gestellt werden sollten. „Es werden auch Neue aufgenommen.“ Erarbeitet werden soll in den kommenden Jahren der „tatsächliche Bestand“.

Dr. Lüder Busch stellte die Besonderheit für Glückstadt heraus: „Die Denkmäler sind das Kapital unserer Stadt.“

> Weitere Infos: Homepage des Kreises Steinburg (unter Kultur- und Denkmalpflege). Auf der Homepage der Landesregierung ist das geplante Gesetz nachzulesen.

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