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Norddeutsche Rundschau

20. November 2017 | 06:57 Uhr

Am 26. April: : Demo mit Protest- und Kulturmeile

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Atomkraftgegner erinnern vor dem Kernkraftwerk Brokdorf an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.

Musik und Kleinkunst, Artistik und Aktionen. Mit einer bunten Protest- und Kulturmeile rufen die BUND Kreisgruppe Steinburg und Brokdorf-akut gemeinsam mit zahlreichen anderen Initiativen, Gruppen, Verbänden und politischen Parteien unter dem Motto „AKW Brokdorf abschalten – jetzt!“ zur Demonstration am Atomkraftwerk Brokdorf auf. Am 28. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, Sonnabend, 26. April, bildet die Meile „Leben und Fröhlichkeit neben der Gefahr, aus der sich jederzeit eine neue Atomkatastrophe ergeben kann“, so Gisela Wieneke, Mitglied im BUND und im Organisationsteam der Veranstaltung.

Ab 11.30 Uhr spielt Musik auf der Bühne, um „Fünf vor Zwölf“ erfolgt die Begrüßung. Bis 14 Uhr lädt dann die Meile zum Schlendern ein mit Infoständen, Mitmach-Aktionen, einem vielfältigen Musikangebot – Kleinkünstler, Bands, Liedermacher, Trommel- und Bläsergruppen – und Verpflegung in Bio-Qualität. Es folgen Redebeiträge, unter anderem von Vertretern der AG Schacht Konrad, Robin Wood, der Ärzteorganisation IPPNW, vom Bundesverband Windenergie sowie von Gästen aus Polen und Tansania.

„Wir sind der Ansicht, man sollte die zusätzliche Produktion von gefährlichen Stoffen sofort stoppen“, erklärt Dr. Karsten Hinrichsen, Mitstreiter in der Initiative Brokdorf-akut, und rechnet vor, dass bis Ende 2021 – zu diesem Termin soll das Kernkraftwerk aktuell vom Netz genommen werden – noch etwa 20 Castoren mit abgebrannten Brennelementen in Brokdorf anfallen werden. „Unnötig“, angesichts eines Überangebots an Strom in Deutschland, meint er.

Ständig werde radioaktiver Müll produziert, für dessen dauerhafte Lagerung es bis heute weltweit keine Lösung gebe. Nicht nur durch den Transport der Brennelemente, sondern auch durch den Abbau von Uran und anderen Stoffen würden Menschenleben und Umwelt gefährdet, ebenso durch die Entwicklung von Atomwaffen und insbesondere durch eine mögliche Reaktorkatastrophe. Auch die Erweiterung des Anti-Terror-Schutzes am AKW Brokdorf spräche nach Hinrichsens Auffassung dafür, dass Panzerwaffen bei einem möglichen Anschlag die Reaktorkuppel durchdringen könnten. Er meint, dass das ebenso wie beispielsweise Hochwasser oder eine Tankerexplosion auf der Elbe fatale Folgen hätte: Laut einer Risikostudie, so Hinrichsen, hätten ein Super-Gau oder eine Kernschmelze im AKW Brokdorf größere Auswirkungen als in Fukushima oder Tschernobyl, da es sich in Brokdorf um einen besonders großen Atommeiler handle. Das Gebiet im Umkreis von 170 Kilometern wäre davon betroffen. „Wir dürfen uns diesem Risiko nicht weiter aussetzen“, meint Hinrichsen. Über konkrete interne und externe Gefahren durch das Atomkraftwerk Brokdorf wird Hinrichsen im Rahmen der „etwas anderen Demo“ referieren.

>Info: www.akw-brokdorf-abschalten.de

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