Demo in der "Kulturwüste"

Laut, bunt, friedlich: Die Jugendlichen forderten mehr Unterstützung von der Stadt. Foto: Hinz
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Laut, bunt, friedlich: Die Jugendlichen forderten mehr Unterstützung von der Stadt. Foto: Hinz

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01. März 2010, 07:29 Uhr

itzehoe | "Kulturwüste Itzehoe" - mehr als 100 Jugendliche haben am Sonnabend in der Innenstadt für mehr Jugendkultur demonstriert. Oliver Stender (21), Vorsitzender des Vereins "Freiraum", forderte sie beim Start auf dem Wochenmarktplatz auf: "Zeigt der Stadt, dass wir es nicht hinnehmen, wenn auf Kosten der Jugend gespart wird!"

Lautstark, bunt und friedlich setzte sich der Zug in Bewegung mit Transparenten und Schildern wie "IZ - eine einzige Bad Taste-Party", "Uns lockt man nicht mit Ruinen" oder "Auch am Ende des Monats noch Party machen" in Anspielung auf die finanzielle Situation vieler. Andere fassten sich kürzer: "Grrr..!" Dazu skandierten die Teilnehmer "Wir sind hier und wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!" oder "Zukunft nirgendwo - Stadtkultur in Itzehoe!"

Mit dabei auch eine Gruppe der Steinburger Jungsozialisten. "Man sieht, dass die Kreisstadt zur Schlafstadt wird", sagte Kreisvorsitzender Arne Engelbrecht. "Dagegen wollen wir etwas tun." Bürgermeister Rüdiger Blaschke wurde nicht gesichtet, ebenso wenig wie Kandidat Dr. Andreas Koeppen. Schade, fand Oliver Stender: "Er wirkte bislang so, als wenn er für uns in der Stadt etwas bewegen wollte." Dagegen lief der andere Kandidat Martin Wnuck mit und sprach von einer "Evolution: Die Jugendlichen merken, dass sie selber etwas tun müssen. Das sollte allerdings häufiger der Fall sein."

Bei einer Zwischenkundgebung am Theater sorgte Charly vom alternativ-politischen Bündnis "Skinheads Itzehoe" mit seiner ironisch-sarkastischen Rede für viel Applaus. Er "bedankte" sich bei den Verantwortlichen der Stadt für die schwierige Situation der Jugendlichen und sprach dabei besonders den Bürgermeister an.

Einige trugen symbolisch die Kultur zu Grabe. Nach der Abschlusskundgebung am Jugendtreff am Holzkamp zog Stender ein positives Fazit: "Es ist für uns sehr gut gelaufen. Es war friedlich und gab aus unseren Reihen keine Störungen." Dafür hatte die Polizei mit elf Personen aus dem rechten Spektrum zu tun, die auf dem Weg zur Demo aufgehalten wurden. Einen Platzverweis befolgten sie nicht und landeten deshalb bis zum Ende der Demo in Gewahrsam.

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