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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 03:09 Uhr

13. September: : Demo gegen Schwerlastverkehr

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

SPD und Bauernverband ziehen in Wilster an einem Strang: Unterschriftensammlung zur Freigabe der B5 für landwirtschaftliche Großfahrzeuge.

Der SPD-Ortsverein Wilster und der Bauernverband, Bezirk Wilster, ziehen an einem Strang: Gemeinsam rufen sie zu einer Demo und Unterschriftenaktion auf, die am Sonnabend, 13. September, um 9.30 Uhr auf dem Platz vor dem Rathaus stattfindet. Die gemeinsame Forderung: „Der landwirtschaftliche Schwerlastverkehr muss weitgehend raus aus der Stadt Wilster.“ Und: „Die B5 bei Wilster muss für alle landwirtschaftlichen Schwerlastfahrzeuge freigegeben werden.“

Seit Jahren wird das in Wilster politisch gefordert, betont die SPD-Vorsitzende Natascha Böhnisch. Und auch der Bauernverband hat schon immer versucht, diesbezüglich im Innenministerium Gespräche zu führen, unterstreicht Bezirksvorsitzender Nico Hellerich. Doch in Kiel wurde das bislang abgelehnt mit dem Hinweis darauf, dass beabsichtigt sei, die Umgehungsstraße B5 zwischen Itzehoe und Brunsbüttel einmal dreispurig auszubauen und landwirtschaftliche Fahrzeuge ein Verkehrshindernis darstellen würden. „Das wollen wir nicht hinnehmen“, ergänzt Natascha Böhnisch. Häuser, Straßen und Bürgersteige halten den immer größer werdenden Fahrzeugen nicht mehr Stand. „Die Schäden sind nicht zu übersehen.“ Und: „Die Gefahren für Fußgänger, vor allem für Kinder, sind groß.“

„Die Situation passt uns allen nicht – weder den Anwohnern, noch den Bauern und den Lohnunternehmern“, sagt Nico Hellerich. Auch für die Fahrer der riesigen landwirtschaftlichen Maschinen sei der Begegnungsverkehr insbesondere in der schmalen Rathausstraße Stress. „Wir alle müssen eine miese Stimmung ausbaden, die wir alle gar nicht wollen“, fügt er hinzu. In unserer Zeitung hatte er von der Absicht der Sozialdemokraten gelesen, sich weiter für die Öffnung der Umgehungsstraße für landwirtschaftliche Großfahrzeuge zu engagieren. Er rief bei der Vorsitzenden an, denn: „Wir haben das gleiche Ziel.“ Nun wollen SPD und Bauernverband gemeinsam den Druck auf Kiel erhöhen, damit sich die Belastung durch den landwirtschaftlichen Schwerlastverkehr in der Innenstadt deutlich reduziert. „Wir wollen kein generelles Verbot“, sind sich beide einig. Aber die großen Mengen sollen aus der Stadt raus. Dabei gehe es vor allem um die Erntezeit, wenn beispielsweise der Mais von den Geestflächen in die Marsch zur Biogasanlage Neufeld gefahren werden müsse – für die Fahrer wäre es weniger zeitaufwändig und Treibstoff sparender, wenn sie nicht zum Beispiel von und nach Kaisborstel durch Wilster fahren müssten, sondern über die Umgehungsstraße zum Zielort kämen. „Wir sprechen da zudem über einen geringen Zeitrahmen, in dem landwirtschaftliche Schwertransporter auf der Umgehungsstraße fahren würden.“ Schon deshalb sieht Nico Hellerich keinen Grund, die Freigabe der Umgehungsstraße zu verweigern. Zumal gleiches in Kellinghusen umgesetzt wurde.

Nun hoffen SPD und Bauernverband auf große Unterstützung aus der Bevölkerung als deutliches Signal nach Kiel: „Zeigen Sie gemeinsam mit uns, dass wir uns nicht weiter hinhalten lassen von den Entscheidungsträgern im Verkehrsministerium.“ Etwas enttäuscht zeigen sich Böhnisch und Hellerich von der passiven Haltung der Wilsteraner CDU, die sich in der Vergangenheit auch stark engagierte, sich aber dem aktuellen Versuch nicht aktiv anschließen wollte – wohl aber die ideelle Unterstützung während der Ratsversammlung vor der Sommerpause erklärte. „Gerade als Partei des ländlichen Raums kann ich das nicht nachvollziehen“, meint Nico Hellerich. Er will ebenso wenig aufgeben wie Natascha Böhnisch: „Nur gemeinsam können wir eine Änderung erreichen“, betonen beide und hoffen auch auf zahlreiche Unterschriften aus der Bevölkerung. Den Aufruf zu Demo und Unterschriftenaktion haben sie bereits an die Haushalte in Wilster verteilt und in Wilsteraner Geschäften liegen die Listen ebenfalls zur Unterschrift aus.

Eingeladen zur Demo am 13. September haben sie übrigens auch Dr. Frank Nägele, Staatssekretär im Innenministerium. „Wir sind gespannt, ob er kommt“, so Natascha Böhnisch.


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erstellt am 05.Sep.2014 | 17:00 Uhr

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