Aus dem Gericht : Dem Opfer brutal in den Hals gestochen

Vor dem Landgericht in Itzehoe muss sich zurzeit ein 21-Jähriger verantworten, der zwei Bekannten in den Hals gestochen haben soll.
Vor dem Landgericht in Itzehoe muss sich zurzeit ein 21-Jähriger verantworten, der zwei Bekannten in den Hals gestochen haben soll.

Am zweiten Verhandlungstag bricht der Mordangeklagte zwar sein Schweigen – zur Tat gibt es von ihm aber nichts Neues. Ein Pathologe konnte allerdings Einzelheiten berichten.

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01. Juli 2014, 12:07 Uhr

Der Angeklagte brach sein Schweigen – doch zur Tat selbst sagte der 21-jährige Alexej S. auch am zweiten Verhandlungstag nichts. Der in Haft sitzende Lübecker muss sich vor dem Landgericht Itzehoe vor der von Strafrichter Eberhard Hülsing geführten großen Strafkammer verantworten – wegen Mordes und versuchten Mordes. Er soll am 24. November 2013 in Kellinghusen auf offener Straße erst seinen 26-jährigen Cousin und dann dessen Bruder (25) mit einem Messer in den Hals gestochen haben. Der 26-Jährige starb wenig später.

Als „besoffen“ vom Alkohol und „gut drauf“ vom Kokain beschrieb der 21-Jährige seinen Zustand in der Tatnacht. An das unmittelbare Tatgeschehen konnte oder mochte er sich nicht erinnern. Die Tatwaffe soll ein Küchenmesser gewesen sein, zu dessen Länge der Angeklagte ebenfalls nichts sagte. Das Messer habe er nach der Tat auf dem Weg nach Hamburg aus dem Auto geworfen. Erst Folgetag stellte er sich der Polizei.

Nach Ansicht des Hamburger Pathologen Dr. Michael Kammal (37), der den getöteten Elmshorner acht Tage später obduzierte, kam der tödliche Stich direkt von vorn. Das Opfer muss zudem seinen Kopf in den Nacken gelegt haben, dem Täter seinen Hals geradezu ideal für so einen Stich präsentiert haben.

Dazu passt, dass der Angeklagte seinen Cousins unmittelbar vor der Tat ein Bier gab. Hatte der Getötete seinen Kopf zum Trinken in den Nacken gelegt, als der Täter zustach? Hatte der Täter das beabsichtigt, seinen Opfern deshalb das Bier angeboten? Auch dazu sagte der Angeklagte nichts.

Das Motiv soll im Familiären liegen. Der Stiefvater soll dem Angeklagten unter anderem erzählt haben, das der Vater (51) seiner beiden Cousins die Mutter vergewaltigt habe. Doch auch dazu schwieg der 21-Jährige.

Das Verhältnis zwischen Täter und Opfer soll gut gewesen sein. Beide saßen gemeinsam im Gefängnis. Am 14. Februar holte der später Getötete den Angeklagten aus der JVA Neumünster ab, brachte ihn nach Lübeck zu dessen Familie und nahm ihn später mit nach Elmshorn, weil der 21-Jährige Probleme mit seiner Familie hatte. Das sagte die Freundin (23) des Getöteten aus. Am Tatabend war sie mit den Brüdern auf einer Party in Kellinghusen. Immer wieder habe ihr Freund mit seinem Cousin Alexej telefoniert, der dann kam um mitzufeiern. Weil der Angeklagte jemand mitbrachte, gingen die Brüder raus, um sich den Unbekannten anzusehen. Dann soll es zur Tat gekommen sein.

>Prozessfortsetzung am 3. Juli.

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