Werbebotschaft : Dem Glückstadt-Gefühl auf der Spur

Geduldig hört Henning Plotz (re.) zu,wenn die Gäste seine Veranstaltungen kommentieren.
Geduldig hört Henning Plotz (re.) zu,wenn die Gäste seine Veranstaltungen kommentieren.

Stadtmanager Jingkai Shi hat einen Imagefilm in Auftrag gegeben. Kieler Filmemacher mit der Kamera in der Stadt unterwegs.

shz.de von
27. Juli 2015, 12:07 Uhr

Warum ist Glückstadt eigentlich so ein liebens- und lebenswertes Städtchen? Was könnte Menschen dazu bewegen, hierher zu ziehen? Fragen, die sich das Stadtmarketing auch in Gestalt von Stadtmanager Jingkai Shi schon seit längerem stellt. „Wir müssen und wollen uns besser präsentieren“, erklärt Shi.

Einer der praktikablen Schritte wird jetzt beschritten. Die Stadt hat den etablierten Filmemacher Malte Blockhaus aus Kiel engagiert, um Glückstadts Image aufzupolieren. Fünf Themenbereiche wird der 31-Jährige abdecken: Wirtschaft und Gewerbe, Tourismus, Kultur und Geschichte, Leben und Wohnen sowie Musik. Je Thema ist ein kompletter Drehtag mit etwa fünf bis sechs, eventuell sogar mehr Stunden Zeitaufwand veranschlagt.

An diesen Tagen begleitet Malte Blockhaus unaufdringlich, aber stets präsent, verschiedene Protagonisten. „Ich möchte eine gewisse Dramaturgie aufbauen, keine künstlich gestellten Szenen“, erklärt der Kieler, der seine Erfahrungen aus verschiedenen Dokumentationen und Beiträgen über Bad Segeberg, Husum, Eckernförde oder auch kleineren Gemeinden gesammelt hat. Sein Anliegen ist eine gewisse Authentizität, das Warten auf den entscheidenden Moment. Das kann eine Aussage sein, eine Handlung – etwas Typisches eben. Den Beginn seiner Dreharbeiten machte er am Hafenkopf mit der Begleitung von Gastronom Henning Plotz. Der hatte den Kopf voll bei der Organisation des Latin- und Soulfestivals.

Auf Grund der Unwetterwarnungen musste der Veranstalter sein Programm umbauen – purer Stress. „Ich bin aber gerne dabei“, sagte der Unternehmer, „denn dieser Film ist Werbung für die Stadt mit ihrer Lebensqualität. Glückstadt bietet hohes Potenzial. Dazu zählen auch die vielen Events, die den Namen hinaus tragen.“ Und Jingkai Shi pflichtet dieser Aussage bei: „Wir haben uns Henning Plotz ausgesucht, weil er eine der herausragenden Persönlichkeiten der Stadt ist. Mit seiner Arbeit als Matjesproduzent, Unternehmer und Eventmanager hat er ganz viel zum guten Image der Stadt beigetragen.“

Und so hat Malte Blockhaus gut zu tun, um dem umtriebigen Plotz – der übrigens mehr als 50 Menschen Arbeit gibt – auf den Spuren zu bleiben. Hier ein paar Anweisungen, dort selbst mit anpacken, Begrüßung der Festival-Mitwirkenden. Henning Plotz hat seine Augen und Hände überall. Klar, er ist ein Profi, der solche Situationen nicht zum ersten Mal managt. Und er geht auch professionell damit um, dass ihm ständig die Kamera folgt. Medienpräsenz ist für ihn nichts Neues. Nach einem kürzlich bundesweit ausgestrahltem Beitrag, in dem Plotz als Tester von Matjesbrötchen auftrat, steht bei ihm das Telefon nicht mehr still.

Malte Blockhaus hält sich in seiner Arbeit stets dezent im Hintergrund, aber sein Camcorder ist ständig filmbereit. Und so wird es auch bei den nächsten Drehtagen sein. Unter anderem ist geplant, mit Stadtführerin Anke Kardell einen Drehtag zu absolvieren ebenso wie auf dem historischen Zollkreuzer „Rigmor“.

„Die Stadt will sich schließlich präsentieren. Es soll ein authentischer Film entstehen, der die Qualität und Bandbreite Glückstadts als lebens- und liebenswerten Ort widerspiegelt“, erklärt Jingkai Shi. Etwa 10 000 Euro kostet das Projekt. Ob das Geld gut angelegt ist, wird erst die Zukunft zeigen. „Professionelle Werbeagenturen würden dafür nicht einmal vor die Tür gehen“, sagt Malte Blockhaus. Auf den Filmemacher wartet noch jede Menge Arbeit. Denn nach den zeitaufwändigen Drehtagen steht noch das Schneiden des Filmes an. Die Premiere des Imagevideos schätzt er auf etwa Anfang nächsten Jahres. Und dann wird sich auch der Zuschauer vielleicht verwundert die Augen reiben: Denn mehr als drei Minuten Beitrag bleiben am Ende kaum von all dem Material übrig. Zu sehen sein wird der Film, dessen Titel noch nicht feststeht, vermutlich im sozialen Netzwerk Facebook, im Vidokanal YouTube und natürlich auf Glückstadts Internetseite.

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