Nie langweilig : Deko rund um alten Backofen

Frau mit Deko-Gen: Else  Seestädt vor ihrem alten ins Wohnzimmer integrierten Backofen.
Frau mit Deko-Gen: Else Seestädt vor ihrem alten ins Wohnzimmer integrierten Backofen.

Else Seestädt (73) aus Großenrade liebt es, die ehemalige Backstube zu verschönern. Lachend sagt sie von sich selbst, dass sie „das Deko-Gen“ hat. Momentan erstrahlt der Wohnraum natürlich in weihnachtlichem Glanz.

shz.de von
23. Dezember 2013, 17:00 Uhr

30 Jahre lang war der Raum ihre Backstube. Drei Generationen lang gab es die kleine Dorfbäckerei Seestädt in Großenrade im Frestedter Weg 6. 1998 war Schluss, Else (73) und Gerhard Seestädt (74) gingen in Rente, schlossen ihre Bäckerei. Einen Nachfolger gab es nicht. Das war der Moment der Entscheidung, ob man den großen Backofen rausreißt oder ihn stehen lässt. Aber, wohnen in der Backstube, immer mit dem Riesenofen als Blickfang, geht das?

Else Seestädt hat „das Deko-Gen“, wie sie selbst sagt – und so war ihre Antwort ein klares „Ja“. Heute ist der Backofen zwar immer noch der zentrale Blickfang, doch das Seestädt’sche Wohnzimmer als Ganzes ein Wirklichkeit gewordener Deko-Traum. „Ich hasse Langeweile“, sagt die 73-Jährige, die mit ihrer Umtriebigkeit ihren Gerhard gleich mit fit hält, denn einer muss ja mit anpacken. Was sie an der 200 Jahre alten Bäckerei besonders zu schätzen weiß: „Ich habe Gott sei Dank Platz zum Lagern.“

Den braucht sie auch, denn vier bis fünf Mal dekoriert sie insbesondere das Wohnzimmer, aber eigentlich das ganze Haus im Jahr um. Derzeit beherrscht die Weihnachtsdekoration die Seestädt’sche Welt. Die beginnt beim ehemaligen Backofen, setzt sich fort in der passenden Farbe der Kissen und Decken. Ein kleiner Weihnachtsbaum leuchtet auf einem Beistelltisch, ein großer steht draussen vor dem Fenster. Selbst das Geschirr weist mit einem Tannenbaum als Motiv auf das bevorstehende größte Fest der Christenheit hin.

Anfang Januar dekoriert Else Seestädt dann auf Frühling, anschließend auf Ostern um. Es folgen Sommer und Herbst, bevor es wieder weihnachtet. „Ich hab schon in der Bäckerzeit unseren Laden ständig umdekoriert“, erinnert sich Else Seestädt.

Grade mal drei Jahr ertrug sie das Rentnerdasein. Dann brauchte sie wieder den Kontakt zu Kunden. Sie legte ein Diplom als Fußpflegerin ab und eröffnete 2001 ein kleines Fußpflegestudio. „So hat man wieder den Kontakt zu den Leuten“, sagt sie. Sie teilt sich die Arbeit so ein, wie sie es möchte.

Fit hält sich Else Seestädt mit Nordic Walking. Sechs Kilometer am Tag beträgt ihr Pflichtprogramm. Auch als Modistin und Schneiderin beweist sie Talent, sagt: „Ich mach meine Hüte und Kleidung selbst.“

Und was ist die Triebfeder für so viel Aufwand? Die Liebe natürlich. „So wirkt man auch selbst interessant, so werde ich für meinen Mann nie langweilig“, antwortet Else Seestädt lächelnd.

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