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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 05:55 Uhr

RALLYE : Deichfürsten am Schwarzen Meer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Team aus Schleswig-Holstein startet bei „2. Black Sea Circle 2014“: Benefiz-Rallye durch Tschechien, Ungarn, Rumänien und bis nach Istanbul.

Alle vier haben gemeinsam im Eon-Kernkraftwerk Brokdorf den Beruf des Elektronikers für Automatisierungstechnik erlernt. Am Freitag starteten die Kollegen und Freunde gemeinsam zu einer nicht alltäglichen Charity-Rallye über zwei Kontinente. „Die Deichfürsten“, wie sich die Teammitglieder David Druminski (24), Alexander Schröder (19), Finn Paul Harders (19) und Momme Reese (21) selbst nennen, fuhren am ersten Tag nach Berlin, wo am Sonnabend alle 20 Teams aus ganz Deutschland, aber auch aus Dänemark, Schweden, Tschechien, Österreich und der Schweiz im Stadtteil Kreuzberg zu dieser Benefiz-Rallye aufbrachen.

Der über 9000 Kilometer lange Rallyekurs führt die Teilnehmer der „2. Black Sea Circle 2014“ nicht im Konvoi, sondern in Einzelunternehmungen durch Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien zunächst nach Istanbul. Von dort geht es weiter über Ankara in den Süden der Türkei und dann entlang der irakischen und armenischen Grenze nach Georgien, um dann an der Schwarzmeerküste zurück nach Istanbul zu gelangen. Das Ziel soll am 24. August erreicht sein, ehe es dann auf die Heimreise geht. Schon beim ersten Zwischenziel in Istanbul soll es eine große Party für alle Teilnehmer geben.

Das Besondere sind die Vorgaben: Die Fahrzeuge müssen mindestens 20 Jahre „auf dem Buckel haben“ und einen Wert von 2500 Euro nicht übersteigen. Zudem sind Navigationsgeräte, Handys und die Nutzung von Autobahnen verboten. Orientieren dürfen sich die Teilnehmer nur an einem Masterplan, der erst am Start ausgehändigt wurde und die anzufahrenden Etappenziele benennt. Wie sie diese Zwischenziele erreichen, bleibt jedem Team selbst überlassen. Die Route ist variabel. Jedes Team kann selbst bestimmen, wo es entlang fahren will.

„In 16 Tagen erkunden wir die letzten Schotterpisten Europas, die Perlen des Ostens und die Sehenswürdigkeiten des Orients“, freuen sich die vier Schleswig-Holsteiner auf das jetzt gestartete Schwarzmeer-Abenteuer. Es führt sie über staubige Straßen, vorbei an weißen Stränden, über raue Gebirgszüge und einsame Wildnis, aber auch durch die Herzen fremder Kulturen, Städte und Dörfer, in denen die Zeit still zu stehen scheint.

Ihr schwarzer VW-Bus „T4“ aus dem Baujahr 1993 hat schon 281 000 Kilometer auf der Uhr. Den Diesel-Bus haben die vier „Deichfürsten“ in Eigenleistung für den euro-asiatischen Trip aufgerüstet. Zusätzlich zur herkömmlichen 12-Volt-Autobatterie haben sie einen Wechselrichter eingebaut, der drei zusätzliche Batterien für eine 230-Volt-Spannung optimiert. „Damit können wir unseren Kühlschrank, unsere Kaffeemaschine und Laptops für die eigenen Aufzeichnungen, Fotos und Berichte versorgen“, sind die „Deichfürsten“ zufrieden. Und damit ihr „Saft“ nicht ausgeht, wurde auf dem Dach des VW-Transporters eine Solarzelle installiert, die die Batterien immer wieder auflädt. Als Selbstversorger haben sich die vier Teammitglieder mit ausreichend Proviant aus der Konserve eingedeckt, um diese auf einem Gaskocher verzehrfertig zu machen.

Im Team sind die Aufgaben verteilt worden. David Druminski ist nicht nur Fahrer, sondern auch Mechaniker, Alexander Schröder sitzt nicht nur am Lenkrad, sondern kümmert sich auch um eine jederzeit aktuelle Homepage, Finn Paul Harders ist als Navigator und Blogger eingeteilt, während Momme Reese als Fahrer und Kontaktperson zur DKMS benannt ist.

„Wir haben einen Livetracker eingerichtet“, erzählt Finn Paul Harders. Dieser professionelle GPS-Tracker zeigt immer die aktuelle Position des Teams an, so dass man die Rallye optimal am heimischen PC verfolgen kann.

„Jedes Team hat sich ein Sponsoring-Ziel gesetzt, für das man mit der Rallye möglichst viele Gelder einwerben möchte“, verrät der Wilsteraner Momme Reese. Schon beim Start hatte sich das Spendenkonto mit 700 Euro gefüllt. Die Einnahmen der „Deichfürsten“ sollen für die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei verwendet werden. Und das nicht ohne Grund: Momme Reese hat sich selbst nicht nur typisieren lassen, sondern schon einmal Stammzellen gespendet. Damit hat er – so viel weiß er inzwischen – einem 60-jährigen Amerikaner das Leben gerettet. Erst nach einigen Jahren wird er vielleicht Näheres über den Empfänger erfahren. Mit seinem Engagement für die DKMS hat Momme Reese auch seine Kameraden überzeugen können. „Unser Ziel erreichen können wir jedoch nur mit viel Unterstützung“, werben die „Deichfürsten“ um weitere Sponsoren.


>Infos im Internet: www.diedeichfuersten.de

>E-Mail: info@diedeichfuersten.de und sponsoring@diedeichfuersten.de

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