Decksmann verletzt: Rettungsaktion am Kanal

Beim Anlegemanöver der mit Sand beladenen „Castor“ wurde ein 52 Jahre alter Decksmann schwer verletzt.
Beim Anlegemanöver der mit Sand beladenen „Castor“ wurde ein 52 Jahre alter Decksmann schwer verletzt.

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26. Mai 2015, 11:52 Uhr

Ein schwerer Arbeitsunfall ereignete sich auf dem Binnenschiff ,,Castor“ beim Anlegen am Schwerlastanleger im Dyhrrsenmoor. Wie die Polizei erst jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte, wurde dabei am Sonnabend gegen 16 Uhr ein 52-jähriger Decksmann schwer verletzt.

Die 85 Meter lange ,,Castor“ transportiert seit Wochen Sand zur Vorbereitung des Dyhrrsenmoores als Aufnahmeort für den Aushub der fünften Schleusenkammer. Dabei fährt die ,,Castor“ die 4,5 Kilometer südlich der Burger Fähre auf der NOK-Südseite gelegene Schwerlastanlegerbrücke aus Richtung Kiel kommend an. Wie immer steuerte der Kapitän (27, aus Bremen) das in Hamburg beheimatete Binnenschiff beladen mit 1700 Tonnen Sand sehr langsam an die Pier. Der Decksmann, ein Pole, stand an der Backbordseite auf dem Vorschiff und begann mit dem routinierten Legen der Vorspring das Festmachmanöver, als das Tau riss und den Mann am Oberschenkel verletzte. Burgs First Responder waren binnen Minuten mit vier Mann unter Leitung von Einsatzleiter Arne Puck als Ersthelfer an der Unfallstelle. Fährkapitän Harald Bolling setzte diverse Einsatzkräfte auf die Südseite über, darunter auch den Leiterwagen der Feuerwehr Brunsbüttel. Die Helfer holten den Verletzten von Bord und übergaben ihn den Rettern an Land, die ihn in den inzwischen eingetroffenen Rettungshubschrauber umluden.

Laut Bericht der Wasserschutzpolizei sind Schiffsführer und Steuermann erfahren und mit dem Schiff vertraut – es war nicht überladen. Und: Alkoholkonsum kann bei beiden Besatzungsmitgliedern ausgeschlossen werden. Die Papiere der beiden Männer waren ebenfalls beanstandungsfrei. Dennoch werde jetzt gegen den Schiffsführer routinemäßig wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

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