Energiewende : Dauerblinken hat bald ein Ende

Nur noch bei Ännäherung von Flugobjekten  soll das geplante radargestützte System die roten Warnleuchten einschalten.
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Nur noch bei Ännäherung von Flugobjekten soll das geplante radargestützte System die roten Warnleuchten einschalten.

Im südlichen Dithmarschen beginnt die Umsetzung eines Konzepts für die Steuerung der nächtlichen Beleuchtung von Windkraftanlagen.

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31. Januar 2018, 05:01 Uhr

Schluss mit dem roten Blinkfeuer auf den vielen Windkraftanlagen vor dem nächtlichen Himmel. Das hat sich die Breitbandnetz Südermarsch auf die Fahnen geschrieben. Vor einem Jahr stellte deren Geschäftsführer Carsten Paustian das Konzept vor. Jetzt geht es an die Realisierung.

„Bislang haben die Eigner von 78 Windkraftanlagen unterschrieben, dass sie umrüsten wollen“, sagt Paustian zufrieden. Statt des roten Blinkfeuers in der Dunkelheit soll ein radargestütztes System installiert werden, das die hohen Windmühlen nur bei Bedarf anschaltet – wenn sich ein Flugzeug oder Hubschrauber nähert.

„Wir können mit unserem System im Prinzip die ganze Südermarsch und einen Teil von Steinburg abdecken“, sagt Paustian. Benötigt würden dafür nur noch zwei statt der ursprünglich vorgesehenen vier Radaranlagen. Die werden in Friedrichskoog und in Eddelak stehen und die Annäherung von Flugobjekten an die angeschlossenen Windkraftanlagen melden sowie die Warnbeleuchtung in der Höhe einschalten. Nötig ist dafür der Anschluss der Mühlen ans Glasfasernetz, um kürzestmögliche Reaktionszeiten zu erzielen. „Für unsere Anlagen ist das ein Riesenvorteil, denn sie sind bereits angeschlossen.“ Die Breitbandnetz Südermarsch ist ein von Windmüllern gegründetes Unternehmen, das gewissermaßen nebenher Kronprinzenkoog, Kaiser-Wilhelm-Koog und nun auch Teile Friedrichskoogs bis hin zum touristischen Bereich an der Spitze mit Breitbandanschlüssen versorgt – und damit auch ein Stück weit mit dem Dithmarscher Breitband-Zweckverband konkurriert, der das Glasfasernetz von den Stadtwerken Neumünster aufbauen lässt.

Für die ersten sieben Mühlen ist die Umrüstung bereits beantragt. Das gesamte Verfahren sei ein „sehr komplexes Thema“, sagt Paustian. „Wir sind Vorreiter und müssen selbst erst Erfahrungen sammeln.“ Einen Zeitrahmen möchte er deshalb nicht nennen. Vor der Freigabe durch Flugsicherungsbehörden stehen umfangreiche Tests. Denn das System muss sicher sein.

Projektpartner ist die Firma Airspex in Prenzlau. Die stellte jetzt an der Fachhochschule Westküste in Heide das Konzept vor. Pilotprojekte hätten gezeigt, dass das nächtliche Blinken um bis zu 95 Prozent reduziert und die Akzeptanz der Windräder gesteigert werden könne. Für die Energiewende unerlässlich.

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