Daten, Fakten, Namen - auf 164 Seiten

Hat den 'Lockstedter Lager Courier' herausgegeben: Der Hohenlockstedter Siegfried Schäfer.  Foto: Möller
Hat den "Lockstedter Lager Courier" herausgegeben: Der Hohenlockstedter Siegfried Schäfer. Foto: Möller

Siegfried Schäfer hat die Geschichte des Lockstedter Lagers von 1920 bis 1927 zusammengetragen und in einem Buch veröffentlicht

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24. Dezember 2012, 08:41 Uhr

Hohenlockstedt | Mittwochs ist Siegfried Schäfer immer unterwegs - seit 20 Jahren. Dann sitzt der 71-Jährige im Archiv, sichtet und forscht in alten Zeitungsausgaben, fotokopiert und fotografiert. Auch die kleinsten Meldungen sind für den Hohenlockstedter interessant - sie müssen allerdings Bezug zum Lockstedter Lager haben. Denn die Geschichte rund um das Gebiet ist die Leidenschaft von Siegfried Schäfer. Mittlerweile ist er wohl einer der besten Kenner, im Internet hat er die Geschichte der Region umfassend dargestellt.

Jetzt gibt es die Geschichte des Lockstedter Lagers vertieft und in Buchform. Unter dem Titel "Lockstedter Lager Courier" hat Siegfried Schäfer ein 164 Seiten umfassendes Din-4-Werk erstellt. Es enthält zahlreiche Bilder und Dokumente aus der Soldatensiedlerzeit und berichtet ausführlich über die Besiedelung des Truppenübungsplatzes Lockstedt - genannt Lockstedter Lager - im Zeitraum vom 30. März 1920 bis 15. November 1927. In seinem "Lockstedter Lager Courier" beschreibt der Hobby-Historiker Schwierigkeiten, die die Soldatensiedler bewältigen mussten, wenn sie nicht aufgeben wollten - oder wie sie sich öffentlich äußerten, um ihre Verärgerung über unhaltbare Zustände bekannt zu machen. Eingefügt ist ein Dokument des Siedlerbundes Lockstedter Lager e. V. mit dem Titel: "Was ging im Siedlungsgebiet Lockstedter Lager vor? Wie war es möglich, dass den höchsten zuständigen Regierungsstellen die dortigen Zustände ungekannt geblieben sind?"

Enthalten sind auch Annoncen aus der damaligen Zeit und die Namen der Siedler. "Einige dieser Familiennamen sind immer noch hier vertreten", sagt Schäfer. Für diese Familien, aber auch für alle anderen Hohenlockstedter, die sich für die Geschichte ihres Ortes interessieren, hat der 71-Jährige die Broschüre geschrieben. "Ich habe das Buch herausgegeben, damit die Leute wissen, was hier einmal gewesen ist."

Siegfried Schäfer, der als Soldat am Hungrigen Wolf stationiert war, kam eher zufällig mit der Geschichte des Truppenübungsplatzes und des Lockstedter Lagers in Berührung. Bei seiner Suche nach Hinweisen und verwertbaren Daten für die Geschichte der Heeresflieger am Hungrigen Wolf hatte er in dänischen Geschichtspublikationen abweichende Darstellungen der Geschehnisse um die Heerschau 1625/1626 von König Christian IV. festgestellt. Aufzeichnungen, die er in verschiedenen deutschen Archivalien gefunden hatte, wiesen darauf hin, dass die geschilderten Ereignisse so nicht stattgefunden haben können. Daraufhin begann er, sich mit dem Truppenübungsplatz zu beschäftigen. Daraus sind viele Seiten im Internet und jetzt das Buch geworden.

Bei seinen Recherchen in Archiven setzt Schäfer dabei auf Handarbeit. Er sichtet unter anderem alte Ausgaben des Störboten, der Wilsterschen Zeitung, der Itzehoer Nachrichten und der Glückstädter Fortuna, fotografiert für ihn interessante Meldungen und Artikel ab und schreibt sie zu Hause in den Computer.

Der "Lockstedter Lager Courier" ist in einer Klein-Auflage von 50 Exemplaren gedruckt worden. Gibt es genug Interessenten, soll eine Fortsetzung folgen. Das meiste Material aus der Zeit vor 1920 hat Schäfer auch schon zusammengetragen.

Die Broschüre ist zum Preis von 14 Euro erhältlich bei Siegfried Schäfer, Stettiner Straße 6, Hohenlockstedt, telefon 04826/1493

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