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Wirtschaft : „Dat lütte Café“ unter Markenschutz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sabine Gerbinski aus Burg (Dithmarschen) reagiert auf Verwechslungen mit gleichnamigem Betrieb in Niedersachsen.

von
erstellt am 03.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Das Internet – Fluch und Segen zugleich. Sabine Gerbinski aus Burg hat das leidvoll erfahren müssen. Ihr vor acht Jahren gegründetes „Dat lütte Café“ an der Krenzerstraße hat sich längst weit über Dithmarschens Grenzen hinaus einen guten Ruf erworben, wird in Reiseführern lobend erwähnt. „Das lasse ich mir nicht kaputt machen“, sagt die 53-Jährige. Um nicht länger mit einem gleichnamigen Café in der Heide verwechselt zu werden, hat sie sich jetzt den Namen ihres kleinen Cafés beim Deutschen Patent- und Markenamt in München schützen lassen.

Hellhörig geworden war Sabine Gerbinski, nachdem sich im Frühjahr Anrufe wegen verschiedener Buchungen häuften – von denen sie nichts wusste. „Das trieb mir jedes Mal den Schweiß auf die Stirn“, erzählt sie. Denn die Café-Betreiberin war zunächst der Meinung, sie hätte Buchungsanfragen für Gruppen aus Versehen nicht notiert. Das ließ sich aber stets schnell aufklären, sagt sie. Dann stieß sie im Online-Gästebuch auf einen Eintrag, der ihre Küche in einem keineswegs guten Licht erscheinen ließ. Dabei gibt es im lütten Café gar keine warmen Mahlzeiten – nur Kuchen. Sie recherchierte und stieß dabei schnell auf das Café in der Heide, im Juni vorigen Jahres eröffnet, mit gleich lautendem Namen und beinahe identischer Internetadresse.

„Wir sind auf unseren gute Ruf bedacht“, betont die Wirtin. „Wir leben vor allem von der Mundpropaganda.“ Weil ihr die Verwechslungsgefahr zu groß erschien, arbeitete sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Jörg Mielenz eine Strategie aus, zukünftig solche unliebsamen Anrufe und Gästebucheinträge zu verhindern: Der Markenschutz erschein beiden als sinnvollster Weg. Zuvor hatten sie versucht, sich mit Hilfe eines Anwalts gegen den Mitbewerber bei Schneverdingen zu postieren. Dort seien sie aber auf Unverständnis gestoßen. Inzwischen hat der ungeliebte Mitbewerber aus Niedersachsen eine Frist gesetzt bekommen, in der er sämtliche Ähnlichkeiten mit Sabine Gerbinskis Café ändern muss.

„Als ich vor acht Jahren mein Café aufmachen wollte, habe ich drei Tage am Computer gesessen und geguckt, ob es ein Lüttes Café gibt“, sagt sie. Erst danach habe sie ihren Betrieb in Burg so genannt. Jetzt dürfte es für andere schwer werden, gleichnamige Cafés zu eröffnen. Die eingetragene Marke, mit Namen, Schriftzug und Farbe der Schrift hat sich Sabine Gerbinski jetzt gesichert. Theoretisch könnte sie jetzt sogar eine Café-Kette aufmachen. Aber das will sie ebensowenig wie mit dem Markenschutz Geld verdienen. Sie will einfach nur ihre bewährte Arbeit in dem über Jahre mit viel Liebe hergerichteten ehemaligen Kutscherhaus, das 24 Plätze bietet – weitere 30 finden sich im idyllische kleinen Garten – fortsetzen.

Der Zuspruch ihrer Gäste bestätigt ihr Konzept. Ob Mitglieder eines schweizer Motorradclubs, russische Studenten oder die zahlreichen Wochenendausflügler aus Norddeutschland oder auch Metalfans vom Wacken Open Air – alle werden bei ihr gleich herzlich bewirtet. Diese Begegnungen seien unglaublich spannend. „Das entschädigt für manchmal anstrengende Tage.“

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