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Breitband : Das Ziel: 500 Verträge in sechs Wochen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Steinburger Initiative: Jetzt wird es für die ersten zehn Gemeinden ernst. Bürgermeister sollen Einwohner mobilisieren.

shz.de von
erstellt am 24.Jan.2014 | 12:15 Uhr

Ziel der Steinburger Breitband-Initiative bleibt eine flächendeckende Versorgung des gesamten Kreisgebietes. Das unterstrich Landrat Torsten Wendt zum Auftakt der Versammlung des Zweckverbandes Breitband. Noch unter dem Eindruck der Prokon-Insolvenz sprach er zwar zunächst von einem „schwarzen Tag für den Kreis“. Mit Blick auf das seit der Versorgung mit Wegen, Wasser und Strom größte Infrastrukturprojekt hob er dann aber schnell die Bedeutung der Breitbandversorgung für möglichst alle Steinburger Haushalte hervor. Wendt hob dabei anerkennend den Einsatz von Verbandsvorsteher Henning Ratjen hervor, der von den in Heiligenstedten versammelten Bürgermeistern Sonderapplaus bekam.

Nachdem der Vertrag mit den Stadtwerken Neumünster unter Dach und Fach ist, sollen spätestens bis 2017 63 Gemeinden in den Ämtern Kellinghusen, Breitenburg, Schenefeld und Itzehoe-Land am Glasfaser-Netz hängen. Die Umsetzung folgt jetzt Schlag auf Schlag. Den Auftakt bilden zehn Pilotgemeinden im Nordosten des Kreises (siehe Infokasten). Laut Henning Ratjen wird dann parallel gebaut und weiter geplant. Welche Gemeinden als nächstes drankommen, ist noch offen. Auch weil man keine Mitbewerber aufmerksam machen wolle. Wenn es erfolgreich läuft, soll parallel auch noch die Ausschreibung für die übrigen Steinburger Ämter in der Wilster- und der Krempermarsch sowie Horst-Herzhorn vorbereitet werden. Ratjen: „Es laufen schon Gespräche mit weiteren möglichen Anbietern.“ Alle weiteren Schritte soll ab April eine alle 14 Tage tagende Koordinierungsgruppe gemeinsam mit den Stadtwerken Neumünster festlegen. Läuft alles nach Plan, könnten die ersten Gemeinden im Spätsommer am Netz sein.

Die Vertreter der Stadtwerke Neumünster gaben sich optimistisch. Wie Dirk Sasson als Chef der Telekommunikationsabteilung des 550 Mitarbeiter großen kommunalen Unternehmens mitteilte, seien die Stadtwerke im Nachbarkreis Segeberg bereits sehr erfolgreich unterwegs. Derzeit versorge das SWN-Net der Stadtwerke bereits 56 Gemeinden mit insgesamt 8500 Kunden. Bei einem Pilotprojekt in Groß Kummerfeld habe man eine Anschlussquote von 70 Prozent erreicht. Sasson: „Das hat funktioniert, weil die Bürgermeister ihre Leute zum Tresen geschleppt haben.“ Er äußerte sich zuversichtlich, dass „die Steinburger noch ein Stück besser sind“. Sasson veranschaulichte mit einer Grafik, dass die Datenversorgung über Glasfaser für die Privathaushalte und die Gewerbebetriebe „ein Quantensprung“ sei. Entscheidend komme es nun darauf an, dass die Bedeutung modernster Kommunikationstechnik auch den Menschen in den Dörfern nahegebracht werde. „Nicht wir ziehen durch die Straßen und klingeln, sondern Sie“, machte Marketingchef Martin Stadie klar, dass jetzt erst einmal die Bürgermeister und Gemeindevertreter gefordert seien. Allerdings trommeln auch die Stadtwerke selbst. Alle Haushalte bekommen Info-Pakete, später noch einmal eine Erinnerungskarte. Dazu gibt es Info-Veranstaltungen und Beratungen vor Ort. Stadtwerke und Zweckverband drücken dabei mächtig aufs Tempo. Innerhalb von nur sechs Wochen muss in dem jetzt festgelegten Pilotgebiet eine Anschlussquote von mindestens 50 Prozent erreicht werden. Nur dann geht es auch in den übrigen Gemeinden weiter. Unterm Strich heißt das: Allein in den ersten zehn ausgesuchten Gemeinden müssen 500 Haushalte Verträge unterschreiben. Kosten würden, so hieß es auf Nachfrage, aber erst dann entstehen, wenn Altverträge mit anderen Anbietern abgelaufen sind. Und wann man in Schenefeld ankomme? wollte ein Bürgermeister wissen. Sasson: „Da sind wir schneller als sie jetzt denken.“

 

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