Das Wissen der Mitarbeiter nutzen

Rolf Roloff (fünfter von links) zeigt den Gästen seinen Tischlereibetrieb.
Rolf Roloff (fünfter von links) zeigt den Gästen seinen Tischlereibetrieb.

Unternehmer-Treffen: Fachkräfteberater Kristian Lüdtke gab Tipps für Firmeninhaber

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24. Juni 2015, 17:16 Uhr

Kleine Firmen leisten sich häufig keine Beratung. Doch diese können sie sogar kostenlos bekommen. Kristian Lüdtke (46) ist landesweit einer von 15 Fachkräfteberatern der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (WEP), die in die Firmen kommen und Tipps geben. „Das ist ein vom Land und von der EU gefördertes Projekt“, erklärte Lüdtke vor zahlreichen Zuhörern.

Glückstadts Stadtmanager Jingkai Shi hatte zum Unternehmer-Treffen eingeladen. In Tischlermeister Rolf Roloff fand er einen Gastgeber in der Tischlerei am Obendeich, und Kristian Lüdtke war als Referent eingeladen. „Ich gebe Erstberatung als Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärte Lüdtke. Es gehe unter anderem um Personalpolitik bis hin zu Förderprogramme. Zehn Beratertage können die Unternehmer in Anspruch nehmen.

Seine Kunden sind eigentlich Firmen mit bis zu 250 Mitarbeitern. Unter den Gästen war aber auch Steinbeis-Geschäftsführer Dr. Michael Hunold, der in seiner Papierfabrik weitaus mehr Beschäftigte hat. Er war damit aber die Ausnahme unter den Interessierten.

Das Thema hieß trocken „Wissensmanagement“, entpuppte sich für die Zuhörer aber als überaus interessant. „Mit Wissen können Menschen erfolgreich arbeiten, Leistungen erbringen und Macht ausüben“, zitierte der Lüdtke Dr. Friedrich Rost von der Universität Berlin.

Der Referent zeichnete die unterschiedlichen Arten von Wissen auf und gab den Unternehmern mit auf den Weg, das Wissen der Mitarbeiter zu nutzen und aktiv zu lenken. Ein Beispiel, das er nannte: Oft würde in einem Betrieb ein Fehler behoben, dies aber nicht an die Kollegen weitergegeben. Sinnvoll sei es dann, eine Rückmeldung zu geben, warum der Fehler passiert sei. Daraus müsse wiederum gelernt werden. „Der Fisch stinkt vom Kopf her“, nannte der Referent eine alte Volksweisheit und wies damit darauf hin, dass die Initiative vom Chef kommen muss – er müsse den Prozess des miteinander Redens in Gang setzen und halten.

Wichtig sei die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern, die schließlich über Wissen verfügten, das für die Firma wichtig sei. Zudem müssten Trends erkannt werden. Dies zeigte Lüdtke an Beispielen auf. „Brockhaus hatte Weltwissen. Es war ein Vorzeigeunternehmen.“ Doch jetzt gebe es dieses Lexikon nicht mehr zu kaufen. Nokia sei Marktführer gewesen beim Verkauf von Handys. 2011 musste die Firma mit Microsoft fusionieren. Anders beim Diercke Atlas – diesen gebe es noch, weil zu jedem Buch auch eine Online-Version zum Kauf angeboten werden.

Geplant ist, dass der Stadtmanager künftig weitere Unternehmer-Treffen organisieren wird.

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