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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 18:39 Uhr

Interview : Das Wichtige herausfiltern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bürgervorsteherin Karin Süfke über ihr breit gefächertes Engagement, ihren Lieblingsplatz in Brunsbüttel und die Aussichten der Stadt für das neue Jahr

Sie ist ein Kind der Schleusenstadt, vielfältig engagiert und politisch aktiv: Karin Süfke. Vor 39 Jahren trat die gelernte Drogistin der SPD bei. Seit Mai 2013 ist sie als Bürgervorsteherin die Chefin der Brunsbütteler Ratsversammlung. Ein Amt, das Karin Süfke bereits zwischen 1990 und 2003 bekleidete. 2004 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Wenn es die Zeit zwischen Stadtpolitik, Kult(o)ur, dem SHMF-Ortsbeirat, dem Förderverein der Kirchenmusik und dem Klinik-Förderverein zulässt, singt sie im Chor GospelGenerations oder liest gern Bücher – vorzugsweise Krimis.

 

Frau Süfke, blicken wir noch einmal zurück: Bei der Kommunalwahl im Mai eroberten Sie als Spitzenkandidatin der Brunsbütteler SPD den Wahlkreis 4 mit der eindeutigen Mehrheit von 52, 1 Prozent der Stimmen. Was bedeutet Ihnen dieses Votum?
Karin Süfke: Über dieses eindeutige Ergebnis habe ich mich sehr gefreut. Das ist für mich ein großer Vertrauensbeweis von denen, die mir ihre Stimme gegeben haben. Es ist für mich eine große Ehre, aber auch eine Verpflichtung, mich weiter für Brunsbüttel und die Interessen aller Bürger einzusetzen.
Sie haben sich Kultur, Bildung, Soziales, Familienpolitik und Stadtentwicklung auf die Fahnen geschrieben. Bereiche, die keine Selbstgänger sind, weil sie von der städtischen Finanzlage betroffen sind. Was lieben Sie an dieser Herausforderung?
Gerade vor dem Hintergrund der knappen Haushaltsmittel ist es umso wichtiger, die Dinge herauszufiltern, die für unsere Stadt und ihre Bürger am Wichtigsten sind. Leider bleibt durch die städtische Finanzlage so manches auf der Strecke. Was wir brauchen, sind neue Betriebe und Arbeitsplätze, damit die Einwohnerzahl wieder steigt.
Der Neubau der Regionalschule ist Ihnen wichtig, bezahlbare Kindergartenplätze ebenso. Sorgen Sie sich, dass Brunsbüttel wegen der Finanzen vom ehrgeizigen Ziel Bildungsstandort zu sein am Ende zu viele Abstriche machen muss?
Der Neubau der zukünftigen Gemeinschaftsschule ist wichtig, um die hohe Qualität des Bildungsstandortes Brunsbüttel erhalten zu können. Schließlich stehen wir stehen ja auch im Wettbewerb zu anderen Kommunen. Brunsbüttel muss für junge Familien attraktiv bleiben, deswegen brauchen wir auch bezahlbare Kindergartenplätze. Ich bin sehr stolz darauf, dass es in Brunsbüttel noch immer jedem Schüler möglich ist, seinen angestrebten Schulabschluss hier vor Ort zu machen. Außerdem gibt es genügend Kindergartenplätze selbst für Kleinkinder. Auch dies ist nur durch die umfangreiche finanzielle Unterstützung durch die Stadt Brunsbüttel möglich.
Politik ist nur ein Feld Ihres Engagements. Sie sind im noch vergleichsweise jungen Förderverein für die Kirchenmusik in Brunsbüttel stellvertretende Vorsitzende. Gibt es erste Erfolge?
Wir wollen die in der Gemeinde tätigen Instrumentalkreise und Chöre fördern sowie die musikalischen Veranstaltungen in der Pauluskirche ausbauen und den Nachwuchs fördern. Noch sind wir dabei, durch unsere Musikveranstaltungen im Jahr 2013, Sponsorengelder zu sammeln. Wir sind auf einem guten Weg. Im neuen Jahr sind wieder vier Konzerte vorgesehen, z.B. die schon in Brunsbüttel bekannte irische Band von Robbie Doyle wird dabei sein. Es wird wieder ein interessantes Programm.
Auch beim Schleswig-Holstein Musik Festival engagieren Sie sich, gehören dem Ortsbeirat an. Was wäre, wenn die Stadt nicht mehr Spielstätte des SHMF wäre?
Im Jahr 2014 sind wir 20 Jahre Spielstätte für das Schleswig-Holstein Musikfestival. Die jährliche Veranstaltung im Sommer ist eine attraktive Bereicherung für das kulturelle Angebot in Brunsbüttel. Durch die Konzerte werden auch viele Gäste von außerhalb in unsere Stadt gelockt. Dies ist eine große Werbung für Brunsbüttel und unser Elbeforum.
Die Dithmarscher Musikschule hat in der Schleusenstadt keinen leichten Stand. Auch Sie sehen den von Brunsbüttel zu zahlenden Beitrag kritisch. Ist die Musikschule nicht ein Baustein, junge Menschen an Kultur heranzuführen, der gefördert werden sollte?
Die Dithmarscher Musikschule ist nicht die einzige Institution hier in Brunsbüttel, die junge Menschen an das Musizieren heranführt. Die VHS, private Musiklehrer, die Kirche und auch Arbeitsgemeinschaften an den Schulen leisten einen großen Beitrag, der von der Stadt nicht bezuschusst wird. Gerade vor diesem Hintergrund ist es mir wichtig, dass die Dithmarscher Musikschule ihre Satzung geändert hat und erwachsene Schüler aus der Förderung herausgenommen wurden. Die musikalische Früherziehung ist ein wichtiger Baustein für die Entwicklung für Kinder und Jugendliche, die ich unterstütze. Die Ratsversammlung hat sich mit Mehrheit für den Verbleib in der Musikschule ausgesprochen und dazu stehe ich.
Sie bieten den Bürgern eine regelmäßige Sprechstunde an. Machen die davon Gebrauch?
Ja, es kommen viele Bürger in meine Sprechstunde. Darüber freue ich mich. Ich möchte eine Bürgervorsteherin für alle Bürger sein. Wo ich helfen kann, helfe ich gerne. Man kann mich auch außerhalb meiner Sprechstunde immer ansprechen. Das ist mir wichtig.

Was bedeutet Ihnen Brunsbüttel?

Brunsbüttel ist eine schöne Stadt mit vielen Bereichen, die zum Verweilen einladen. Wir wohnen dort, wo andere Urlaub machen.
Was ist Ihr Lieblingsplatz in der Stadt und warum?
Mein Lieblingsplatz ist die Mole 4. Ich liebe es, aufs Wasser zu schauen oder am Deich spazieren zu gehen. Das gibt mir Ruhe und Kraft. Hier kommt man schnell in der warmen Jahreszeit auch mit Auswärtigen ins Gespräch, da viele Radwanderer den Elberadweg nutzen. Ich selbst mache auch gerne mit Freunden oder meinen Enkeln eine Radtour Richtung Neufeld am Wasser entlang.
Zum Schluss ein Ausblick auf das neue Jahr. Wo sehen Sie Brunsbüttel Ende 2014, was wird sich getan haben?

Ich freue mich, dass wir noch im alten Jahr den Bau der neuen Gemeinschaftsschule auf den Weg bringen konnten. Im Februar werden wir in der Ratsversammlung den städtischen Haushalt mit den Baukosten für die Gemeinschaftsschule beschließen, so dass der Bau dann beginnen kann.

Der Neubau des Vielzweckhafens an der Elbe in Brunsbüttel ist wichtig für die Schaffung von Arbeitsplätzen. 2014 werden die Vorplanungen fertig sein, um dann 2015 mit dem Bau zu beginnen.

Neben dem Ausbau der B5 ist für Brunsbüttel als Industrie- und Hafenstadt der Bau der fünften Schleuse wichtig. Ich hoffe, dass der neue Bundesverkehrsminister die Wichtigkeit der fünften Schleuse erkennt und dass bis Ende 2014 damit endlich begonnen wurde.

Auch der Einzelhandel wird sich durch attraktive Angebote dem Wettbewerb mit dem Internet stellen müssen. Brunsbüttel muss ein attraktiver Einkaufsstandort bleiben.

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von
erstellt am 02.Jan.2014 | 17:00 Uhr

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