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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 00:32 Uhr

Ehrenamt : „Das waren bewegte Zeiten“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wilhelm Hoppe wird in Glückstadt mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet. Der 69-Jährige erzählt über die vielen Jahre, die er beim DLRG aktiv ist.

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erstellt am 11.Dez.2015 | 16:50 Uhr

Wilhelm Hoppe ist mit der Ehrenmedaille der Stadt Glückstadt geehrt worden. Die Auszeichnung im Rathaus nahm Bürgervorsteher Paul Roloff während der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung vor. Geehrt wurde Hoppe für sein langjähriges Engagement für die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft. „Sie erhalten die Medaille, weil Sie zum Wohle der Bürger und Bürgerinnen gewirkt haben“, sagte Roloff.

Wilhelm Hoppe bedankte sich in seiner Rede auch bei seiner Frau Renate: „Weil sie es genehmigt hat, dass ich die Hälfte meiner Zeit im Schwimmbad war.“ Und er forderte alle Anwesenden auf: „Wenn Sie mich besuchen wollen, dann kommen Sie ins Schwimmbad.“

Wilhelm Hoppe (69) gehört zu den bekanntesten Glückstädter Gesichtern. Überall wird er erkannt und hält gern mal einen Klönschnack. Er selbst drängt in den Vordergrund; er legt dort Hand an, wo es notwendig ist. Ohne viel zu fragen. Und Wilhelm Hoppe freut sich: „Ja, doch – die Medaille ist schon eine Anerkennung meiner ehrenamtlichen Arbeit, eine Wertschätzung und die Würdigung meines Lebenswerkes.“

Sein Lebenswerk: Das ist vor allem die Arbeit in der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Der gebürtige Duisburger absolvierte bei der DLRG alle erdenklichen Scheine und Abzeichen, leitete die Ortsgrupppe von 1978 bis 1992. Er war Bezirksjugendwart, Bezirksleiter, tätig im Landesjugendausschuss und ist seit 1992 Ehrenvorsitzender der Ortsgruppe Glückstadt. Diese Aufzählung ließe sich beliebig verlängern. 2007 wurde Wilhelm Hoppe mit der Ehrenplakette des Präsidiums der DLRG Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Bereits vorher, 1992, erhielt er die Ehrenurkunde in Gold.

Von diesen Würdigungen konnte er noch nichts ahnen, als er 1964 den Grundstein für die Jugendgruppe der DLRG setzte. Seitdem haben bei Wilhelm Hoppe und seinen DLRG-Mitgliedern hunderte Kinder Schwimmen gelernt. Und „Willi“ – wie er meist gerufen wird – erzählt gerne aus seinem reichen Lebensschatz. So die Anekdote, als der damalige Bundesminister Dr. Horst Ehmke nach einem Glückstadt-Besuch einige Runden schwimmen wollte. „Zuerst kamen seine Sicherheitsmänner und stellten das ganze Freibad auf den Kopf“, erinnert sich Wilhelm Hoppe. Daraufhin intonierte die DLRG-Jugendgruppe einen Protestsong von Wolf Biermann. Dem Minister hat es gefallen, denn einige Wochen später überreichte Karl-Heinz Peffgen in seiner Funktion als Stadtvertreter Wilhelm Hoppe eine von Dr. Ehmke signierte Schallplatte mit dem Song.

Gern erinnert sich Hoppe auch an das „amerikanische Schwimmabzeichen“. Einen Monat lang hatte täglich eine Gruppe Schwimmer mindestens 1200 Meter zu absolvieren. „Das waren bewegte Zeiten“, erinnert sich Wilhelm Hoppe an den Umbau des Fortuna-Bades 1986 oder auch an seine Arbeit als Leiter des Ortsjugendrings: Theaterfahrten nach Itzehoe, Tanz der Jugend im „Tivoli“ - daran erinnern sich sicher noch viele.

Im Mittelpunkt stand aber immer seine Arbeit im Fortuna-Bad: Beachpartys, Schwimm-Ausbildung, Abenteuerzelten, Aquariade, Zeltlager, die Betreuung der Dänischen Pigegarde zum 375-jährigen Stadtjubiläum und vieles mehr. Er lächelt, wenn er erzählt, dass heute noch kleine Jungs und Mädchen mit einem schüchtern-stolzen „Hallo, Willi“ an ihm vorbeihuschen. Und dass ihm Menschen ihr Leben verdanken, wissen auch nicht so viele aus seinem Umfeld: „Na, ja – einige habe ich wieder zurückgeholt“, wehrt Wilhelm Hoppe bescheiden ab. Engagement ohne Wenn und Aber. Aber alles das und noch ganz viel mehr würde natürlich nicht ohne die Mitwirkung zahlreicher Weggefährten und die Rückendeckung seiner Familie funktionieren.

Anfang der 70er-Jahre lernte er Ehefrau Renate kennen. „Wilhelm war ja auch ein schmucker Mann“, sagt sie mit leichtem Schmunzeln. Kurios: Auch sie stammt aus Duisburg. Und die ganze Familie Hoppe scheint vom DLRG-Gen infiziert zu sein. Schwiegersohn Henryk leitet heute die Ortsgruppe, Tochter Heike ist die Jugendvorsitzende, natürlich sind auch Renate, Tochter Karen und die drei Enkel fest integriert. Wilhelm Hoppe selbst lässt es heute ruhiger angehen: Er leistet zwar immer noch Hilfe am Beckenrand, beim Wildnis-Cup oder 24-Stunden-Schwimmen, „aber ich bin nur noch der Feuerwehrmann, der da ist, wenn Hilfe benötigt wird.“ Aber er ist ja immer da. So ist Wilhelm Hoppe eben. Und das wird sich vermutlich auch noch lange nicht ändern.

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