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Munitionsdepot in Hohenlockstedt : Das Tor öffnet sich

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jahrzehntelang war das ehemalige Munitionsdepot in Hohenlockstedt von einem Zaun umgeben. Die Landesforsten wollen das 30 Hektar große Gelände für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

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erstellt am 19.Okt.2017 | 11:00 Uhr

Der Zaun um das ehemalige Munitionsdepot der Bundeswehr muss weg. Seit 2002 wiederholen die Hohenlockstedter Politiker immer wieder diese Forderung, um das Gelände als Naherholungsgebiet für die Bürger zu öffnen. Passiert ist in den zurückliegende 15 Jahren nichts. Doch jetzt ist ein Abbruch des Zaunes näher gerückt. Die Landesforsten haben große Teile des Depots von der Bima (Bundesanstalt für Vermögensaufgaben) erworben und versprechen die Öffnung des Geländes. „Ziel der Landesforsten ist es, die Fläche als Wald zu erhalten und im Rahmen des Landeswaldgesetzes der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen“, sagt Julia Paravicini, bei der Landesbehörde zuständig für Finanzen und Liegenschaften, gegenüber unserer Zeitung.

Ein genauer Zeitpunkt steht jedoch noch nicht fest, zuvor muss vor allem die Verkehrssicherheit hergestellt werden. Und da gibt es für die Landesforsten viel zu tun. Denn immerhin befinden sich zwei alte Hallen und 23 Bunker aus der Nazi-Zeit in dem Gebiet. „Ein Abriss der Bunker ist wirtschaftlich nicht machbar.“ Stattdessen sollen die massiven Beton-Bunker, die von den Nazis noch zu Zeiten der Heeresmunitionsanstalt errichtet wurden, mit Erde bedeckt werden, Zugänge werden geschlossen. Auf dem neuen Gebiet der Landesforsten stehen daneben zwei große Hallen, die abgerissen werden sollen. Das Problem: In einer Halle haben Fledermäuse ein Zuhause gefunden. Die Vögel müssen vor einem Abbruch umgesiedelt werden. Als neue Heimat haben die Landesforsten einen Bunker auf dem Gelände auserkoren. „Das alles lässt sich nicht von heute auf morgen bewerkstelligen“, sagt Julia Paravicini. Zur Zeit werde ein Zeitplan für die gesamten Arbeiten erstellt. Ziel sei es, den Wald so schnell wie möglich für die Besucher zu öffnen.

Doch nicht das gesamte ehemalige Depot wird künftig zugänglich sein, da die Forsten nur 30 von 44 Hektar erworben haben. Nicht mit in den Besitz übergegangen ist der vordere Bereich, in dem sich weitere Hallen, versiegelte Flächen, Sozialgebäude und vor allem das ehemalige Tanklager, das zwischenzeitlich von Altlasten befreit wurde, befinden. Dies Gelände, zu dem auch eine 1,7 Hektar große Pferdekoppel sowie am Zaun angrenzendes Gelände gehören, soll in einem Paket an einem Interessenten verkauft werden. Die Bima hat das Gelände bereits öffentlich angeboten, „wir hoffen, es 2018 verkaufen zu können“, sagt Marcel Schmidt vom Bima-Verkaufsteam.

Bis 2002 lagerten in dem Bundeswehr-Depot Gewehrmunition, Materialien und Kraftstoffe. Nach Abzug der Soldaten lag das Gebiet brach. Es gab zwar Interessenten, die in dem Gebiet unter anderem eine Pilzzucht oder ein naturnahes Freizeitgebiet unterbringen wollten, doch die Planungen verliefen im Sande. Behörden bemängelten fehlende Konzeption, die potentiellen Käufer klagten über mangelndes Engagement der Behörden. Die Bima kofferte dann die Altlasten aus, weiter passierte jahrelang nichts – obwohl die Gemeinde immer wieder die Öffnung des Zaunes forderte. Zeitweise hatten dort Feldbogenschützen vom Verein Bowsniper ein neues Trainings- und Turniergelände.

Ende 2013 gab es dann Bewegung. Die Bima bot das Gelände im Zuge des sogenannten Erstzugriffsrechtes der Gemeinde und den Landesforsten zum Kauf an. Hohenlockstedt winkte ab, der Ort hatte kein Geld für die Entwicklung. Doch die Landesforsten nahmen die Verhandlungen auf, die sich bis jetzt hinzogen. Auch, weil die Verkehrssicherungskosten, die beim Verkauf gegengerechnet wurden, per Gutachten ermittelt werden mussten. „Es ist einiges an Papier hin- und hergeschoben worden“, sagt Marcel Schmidt. Letztlich einigten sich beide Seiten, ein 30 Hektar großes Gebiet wechselte für einen Betrag im „unteren sechsstelligen Bereich“ den Besitzer.

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