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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 09:39 Uhr

Itzehoe : Das Theater ist nicht ganz dicht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ursache für eindringendes Wasser bei bestimmten Wetterlagen nicht geklärt. Sanierungsstau wird nach und nach behoben.

Wehe, es regnet, und der Wind kommt aus der falschen Richtung. Dann tropft es ins Foyer im Theater Itzehoe, Eimer kommen zum Einsatz. „Stark modernisierungs- und instandsetzungsbedürftig“ sei das Haus – so steht es in einem wichtigen Papier, das derzeit im Kieler Innenministerium liegt. Dort wird befunden über den Vorbericht zu den vorbereitenden Untersuchungen für die Innenstadt-Sanierung.

Mit Fördermitteln soll das Zentrum der Stadt umgestaltet werden, das Theaterumfeld spielt dabei eine wesentliche Rolle (wir berichteten). Das Theater selbst ist nicht Teil dieser Planungen, aber der Vorbericht stellt fest: „Der Betrieb und der Erhalt des besonderen Bauwerks sind zwingend erforderlich für die positive Entwicklung in diesem wichtigen Bereich der Innenstadt.“ Die Mängel aber gefährdeten mittlerweile den Spielbetrieb.

Was so dramatisch klingt, wird durch Nachfrage bei den Zuständigen relativiert. „Es gibt ein paar Schwachstellen, eine davon ist das Dach“, sagt Theaterdirektorin Ulrike Schanko. Der Technische Leiter Volker Schott zitiert die Aussage eines Gutachters über das vor knapp 25 Jahren eingeweihte Gebäude: „Unglückliche Konstruktion, schlecht ausgeführt.“ Und bei Bürgermeister Andreas Koeppen klingt es so: „Es sind Problemlagen, die einen schon ein bisschen erstaunen.“

Ein Problem immerhin ist beseitigt: Senkrechter Regen dringt nicht mehr ein, nachdem an Regenrinnen nachgebessert wurde. Aber bei verschiedenen Windrichtungen leckt es – „unklar, ob es an der Dachhaut liegt oder der Fassade“, so Schott. Jetzt wird Buch geführt über Feuchtigkeitsprobleme, anhand dieser Anhaltspunkte soll per Wasserschlauch nach der Ursache gesucht werden. Eher ein optisches Manko sind die grünen Dächer, doch bis zum 25. Geburtstag im Herbst ist eine Reinigung geplant.

Bei der Gebäudetechnik ist immer wieder Findigkeit gefragt. „Alles, was hier kaputt geht, ist in der Regel nicht auf dem Markt verfügbar“, sagt Schott. Gerade hat er einen neuen Hauptschalter für das Bühnenlicht über Ebay besorgt und dabei nicht wenig Geld gespart. Weil das Haus in den 80er Jahren geplant worden sei, befänden sich technische Einrichtungen auf diesem Stand, sofern sie nicht erneuert seien, sagt Ulrike Schanko.

Dafür allerdings wurde in den vergangenen Jahren viel investiert: Tonanlage, Lichttechnik, Obermaschinerie, Bühnenboden und Sprachalarmierung sind erledigt. Offen ist die Regelungstechnik für die Klimatisierung. „Ohne die kein Spielbetrieb“, sagt Schott. „Man muss ja belüften.“ Angedacht sei eine Erneuerung für das kommende Jahr, 1,2 Millionen Euro sollen dafür bereit gestellt werden. Aktuell hofft Schott allerdings, eine deutlich günstigere Lösung zu finden.

Die Dinge würden Stück für Stück abgearbeitet, betont Bürgermeister Koeppen, denn die Stadt habe keine Chance, alles auf einmal zu machen. Die Bauverwaltung habe einen Mehrjahresplan aufgelegt, „damit uns möglichst wenig an Sanierungsstau einholt“. Wie bei den Schulen oder den Wohnungen sei es wichtig, am Ball zu bleiben. Das sei nicht immer der Fall gewesen, so Koeppen. Die Folge: „Der Haushalt sah gut aus, aber der Rost hat sozusagen weiter gefressen.“

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