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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 05:54 Uhr

Das sind die neuen Tarife der Stadtwerke

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Für Durchschnittskunden: 50 Euro mehr für Strom, aber 90 Euro weniger für Gas / Grundpreis für Wasser steigt

Die Kunden der Stadtwerke Wilster müssen sich im neuen Jahr auf steigende Preise für Strom und Wasser einstellen. Erdgas hingegen wird billiger. Ohne große Diskussion segnete der Werkausschuss die neue Preisliste ab. Die Zustimmung der Ratsversammlung nächsten Montag gilt als reine Formsache.

Eigentlich, so erläuterte Werkleiter Michael Schjut, müssten die Netto-Strompreise sogar um 1,6 Cent pro Kilowattstunde angehoben werden. Hintergrund sind insbesondere Veränderungen bei den Netzentgelten. Die Belastungen müssten aber nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergegeben werden. Unterm Strich soll es zu einer Anhebung um 1,15 Cent pro Kilowattstunde kommen. Aktuell liegt der Arbeitspreis pro verbrauchter Kilowattstunde bei netto 24,507 Cent. Die Erhöhung, so rechnen die Stadtwerke vor, wird einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden mit knapp 50 Euro belasten. Zuletzt waren die allgemeinen Preise übrigens vor knapp zwei Jahren angehoben worden.

Zumindest Gaskunden können das wieder mehr als einsparen. Erstmals seit längerer Zeit werden die Preise gesenkt. Waren die Gastarife vor einem Jahr noch um 0,4 Cent je Kilowattstunde heraufgesetzt worden, geht es nun um 0,3 Cent runter. Auch hier die Zahlen für den durchschnittlichen Haushalt: Bei einem Jahresverbrauch von 25  000 Kilowattstunden spart man in 2016 fast 90 Euro. Das entspricht einer Preissenkung um 4,76 Prozent.

Komplizierter wird es beim Wasser. Dieser Betriebsteil macht derzeit ein Minus von fast 100  000 Euro – kurioserweise auch deshalb, weil die Wilsteraner mit dem Wasser so sparsam umgehen. Der Anteil der Fixkosten für die Bereitstellung der Rund-um-die-Uhrversorgung liegt laut Schjut nämlich bei bis zu 95 Prozent. Das heißt: Auch wenn weniger Wasser verbraucht wird, bleiben die Kosten fast gleich hoch, aber die Einnahmen sinken.

Vorschlag der Werkleitung: Der Grundpreis sollte zumindest so weit angehoben werden, dass das im Entwurf für den gesamten Wirtschaftsplan noch ausgewiesene Defizit von 36  000 Euro ausgeglichen wird. Damit die Gesamtbilanz stimmt, einigte sich der Werkausschuss auf eine Erhöhung des Grundpreises von derzeit 46,73 Euro auf 66 Euro ab 1. Januar. Betroffen sind rund 2000 Haushalte, wobei Singles den gleichen Mehraufwand haben wie Vier-Personen-Haushalte. Die reinen Verbrauchspreise beim Wasser bleiben hingegen unverändert. Innerhalb von nicht einmal drei Jahren wäre das allerdings schon die dritte Preiserhöhung beim Wasser.

Als Versorger mit Strom und Gas müssen die Stadtwerke ihre Kunden übrigens sechs Wochen vor einer Preisänderung schriftlich informieren. Dabei soll dann aber auch auf mögliche Sondertarife wie McWatt und McGas hingewiesen werden. Beim Wasser gibt es solche Extraangebote nicht.

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erstellt am 05.Nov.2015 | 10:10 Uhr

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