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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 03:23 Uhr

Breitband-Ausbau : Das schnelle Internet kommt

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Bis Anfang 2019 soll der Ausbau fast im gesamten Kreis Steinburg fertiggestellt sein / Keine Kosten für Hausanschlüsse

Schnelles Internet für die Ämter Horst-Herzhorn, Krempermarsch, Wilstermarsch und die Stadt Wilster. Die Verbandsversammlung des Zweckverbandes „Breitbandversorgung Steinburg“ hat den Stadtwerke Neumünster im März den Zuschlag für den Breitbandausbau erteilt (wir berichteten). Damit haben sich die Stadtwerke Neumünster auch im südwestlichen Kreisgebiet im zweiten Ausschreibungsverfahren des Zweckverbandes als wirtschaftlichster Bieter durchgesetzt. Die Stadt Glückstadt erwägt jetzt auch, dem Zweckverband beizutreten.

„Wir sind sehr froh, dass wir jetzt für alle Mitglieder unseres Zweckverbandes eine zukunftsfähige Lösung für die flächendeckende Versorgung des Kreises Steinburg mit schneller Datenautobahn gesichert haben“, sagt Ernst-Wilhelm Mohrdiek. Er ist seit März kommissarischer Vorsitzender des Zweckverbandes. „Henning Ratjen hat die Ausschreibungen super vorbereitet und dem Verband Leben eingehaucht. Dadurch sind wir mit diesem Modell der Breitbandversorgung zum Vorbild anderer Regionen geworden“, lobt Mohrdiek seinen Vorgänger.

Bis Mai laufen noch die Widerspruchsfristen dieser Ausschreibung, und die betroffenen Gemeinden müssen den Vergabebeschluss und die Risikobewertung zur Kenntnis nehmen. „Wann die einzelnen Gemeinden dann tatsächlich mit dem Glasfaserkabel versorgt werden, steht noch nicht fest. Das Ziel ist aber, bis Anfang 2019 alle Mitgliedskommunen im Kreis ausgebaut zu haben.“ Aktuell werden die Moordörfer bei Kellinghusen ausgebaut und es laufen die Planungen im Aktionsgebiet sieben mit den Gemeinden Bekdorf, Krummendiek, Moorhusen, Nutteln, Vaale und Vaalermoor. Dort ist gerade die erforderliche Anschlussquote erreicht worden, der Ausbau kann im August diesen Jahres beginnen. Das nächste Gebiet, das Mitte April startet, umfasst die Gemeinden Lohbarbek, Kollmoor, Oelixdorf, Winseldorf, Schlotfeld und Brokstedt. Die Gebiete legen die Stadtwerke in enger Abstimmung mit dem Zweckverband fest. Für die Trassenführung der „Glasfaserroute“ werden auch die Bürgermeister und Gemeindevertreter eingebunden.

„Das Ziel ist es, 95 Prozent der Haushalte anzuschließen. Als grobe Vorgabe kann man sagen, dass für einen Anschluss alle 100 Meter ein Kunde erforderlich ist“, erklärt der Dirk Sasson, Prokurist von den Stadtwerken Neumünster. Wenn ein neues Vermarktungsgebiet geplant wird, gibt zunächst mit den Bürgermeistern und Mandatsträgern der Region gesprochen, dann im Rahmen von Informationsveranstaltungen mit den Bürgern der einzelnen Gemeinden. Erst dann werden Verträge mit den Einwohnern geschlossen. Wenn mindestens 45 Prozent der Haushalte einen Anschluss beantragen, wird mit dem Ausbau begonnen.

Als Amtsvorsteher sagt Ernst-Wilhelm Mohrdiek: „Unser Ziel ist es, 60 Prozent Anschlussquote zu erreichen. Dabei hoffe ich auf die Unterstützung durch die Gemeindevertreter, die auch für Hausbesuche zur Verfügung stehen sollten.“ Auch wer im Moment den Wert einen Anschlusses nicht für erforderlich hält, sollte bedenken, dass der Glasfaseranschluss in jedem Fall den Wert einer Immobilie erhöht. „Außerdem entfallen dann die Hausanschlusskosten von 990 Euro, die bei einem späteren Anschluss berechnet werden.“ Die Datenübertragung durch das Glasfasernetz verlaufe in Lichtgeschwindigkeit und sei im Gegensatz zu den Funktechnologien dauerhaft stabil und für noch größere Datenmengen ausgelegt.

Bei einem Vertragsabschluss bindet sich der Nutzer für zwei Jahre an die Stadtwerke Neumünster, die unterschiedliche Tarife je nach Leistung anbieten. Für den Telefonanschluss mit Flatrate und einer Internet Flatrate mit 50 Megabit Downloadgeschwindigkeit werden zurzeit 49 Euro im Monat bezahlt.

Wenn ausgebaut wird, werden durch Tiefbauunternehmen Leerrohre verlegt, die überwiegend unterirdisch gepresst oder gebohrt werden. In diese Leerrohre wird dann das Glasfaserkabel eingeblasen. Deshalb müssen die Leerrohre zur Größe des Kabels passen und es können keine bereits vorhandenen Leerrohre mit großen Durchmessern genutzt werden. „Auch die Haushalte im Außenbereich sollten unbedingt ihr Anschlussinteresse bekunden, damit möglichst viele Haushalte angeschlossen werden können. Selbst wenn die Gebäude weiter als 100 Meter von der öffentlichen Verkehrsfläche entfernt liegen, ist ein Anschluss möglich. Der Hausanschluss bis 20 Meter auf dem eigenen Grundstück ist frei, danach werden Kosten von 35 Euro pro Meter berechnet oder die Eigentümer können in Absprache die Verlegung des Leerrohres selbst organisieren“, ermuntert Mohrdiek die Bewohner von Einzellagen im Außenbereich.

Nach dem Ausbau des Datennetzes geht das Leerrohr mit dem Glasfaserkabel und den Kopflöchern, die sogenannte passive Technik, in das Eigentum des Zweckverbandes über und wird durch die Verpachtung an die Betreiber refinanziert. „Das Netz gehört dann den Bürgern und die Gemeinden brauchen keinen Kapitaleinsatz leisten“, ist Mohrdiek vom Finanzierungsmodell überzeugt.

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