Itzehoe : Das Musikgefühl der Sechziger

Das Geschwister-Duo „Jolumusic“ aus Tönning mit Julia Sophie (l.) und Louisa Mohr überzeugte in Itzehoe.
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Das Geschwister-Duo „Jolumusic“ aus Tönning mit Julia Sophie (l.) und Louisa Mohr überzeugte in Itzehoe.

Junge und alteingesessene Musiker treten zur Eröffnung des Star-Club-Stammtischs im Atzehoe auf.

shz.de von
04. Dezember 2014, 16:52 Uhr

Itzehoe | „Eight Days A Week“ – welcher Song hätte besser zur Eröffnung des von Eddy Meier (Foto) initiierten Star-Club-Stammtischs in Itzehoe gepasst als der Beatles-Song? Intoniert wurde er im Atzehoe von den Schwestern Julia Sophie (16) und Louisa Mohr (13) aus Tönning, die als Duo „Jolumusic“ bewiesen, dass die Liverpooler Band bei jungen wie älteren Musikfans immer noch populär ist. Die Verbindung der „Fab Four“ mit dem Geschehen im Star-Club ist Teil der Musikgeschichte: John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr starteten am 13. April 1962 ihre Weltkarriere in Hamburg bei der Eröffnung des legendären Clubs. Dort spielten unter anderem Jimi Hendrix sowie Eric Clapton, Jack Bruce und Ginger Baker als „Cream“. Der Star-Club hat für Fans nichts von seiner Faszination verloren – und das fast 46 Jahre nach dem dessen Ära am 31. Dezember 1969 endete. Zwar platze das „Atzehoe“ bei der Auftaktveranstaltung, an der sich die regionalen Bands The T-Birds und Nashville Tops beteiligten, nicht gerade aus allen Nähten. Doch Eddy Meier und Kurt Lütcke, Vorsitzender der Star-Club-Initiative aus Hamburg, bringt das nicht von ihrem Plan ab, in Itzehoe einen Star-Club-Stammtisch zu etablieren. Der werde sich mit langem Atem auch durchsetzen, meinen die beiden.

In Itzehoe als Gast dabei war mit Manfred Noll auch ein späterer Schlagzeuger von „Johnny & The Hurricans“, die 1962 Haupt-Act im Star-Club waren − unterstützt von den neu entdeckten Beatles. „Mit der Gründung des Stammtischs soll die Musikhistorie der 60er Jahre aus Hamburg erhalten werden. In erster Linie soll der Stammtisch ein Treffpunkt für Fans des Clubs sein“, sagte Noll. Gefördert würden auch ernsthafte Initiativen außerhalb der Hansestadt. Im Idealfall sei es bei den Veranstaltungen so, dass auch Musiker auftreten, die in den 60ern im Star-Club spielten, so Noll.

Hoffnung, dass diese Musiker auch nach Itzehoe kommen könnten, machte Kurt Lütcke. Allerdings: „Sie müssen greifbar sein, und wir benötigen eine Anlage, in die nur noch eingestöpselt zu werden braucht.“ Ziel des Star-Club-Stammtischs sei es aber nicht nur, die Altvorderen auf die Bühne zu bringen oder Erinnerungen auszutauschen. „Wir möchten auch Talente fördern, die die Musik aus dem Star-Club spielen“, so Lütcke.

Beispiel Jolumusic: Obwohl noch jung an Jahren, präsentierten sich die Schwestern mit großer Professionalität und exzellentem Können, so dass Wolfram Muszuweit sagte: „Die Mädchen sind mit ihrem klaren Gesang wirklich große Klasse.“ Ein Lob aus berufenem Munde, denn Wolfram Miszuweit gastierte mit seiner damaligen Band The Quartermasters ebenfalls im Star-Club.

Ein weiteres Feuerwerk mit großen Hits brannten The T-Birds und Nashville Tops ab. Zu hören waren unter anderem Handle With Care, His Latest Flame, M And Bobby Mcgee, Der wilde wilde Westen und Devil In Disguise.

Für Bettina Wiese lohnte sich der Besuch beim Star-Club-Stammtisch: „Es hat Spaß gemacht“, sagte die Lägerdorferin. Den Stammtisch zu veranstalten, sei eine „gute Idee“. Ob sie wiederkommen werde? „Natürlich.“ Bereut hatte seinen Ausflug nach Itzehoe auch George B. nicht. Der Solomusiker aus Hamburg fühlt sich „im Rock’n’Roll und im Beat sehr wohl. Lee Curtis habe er live im Hamburger Star-Club miterlebt. Kürzlich stand er mit dem Sänger aus Liverpool selbst auf der Bühne. Die Stammtisch-Idee könne er nur unterstützen.

Dass sie auch in Itzehoe fortentwickelt werden soll, dafür will Eddy Meier mit Unterstützung seiner Hamburger Freunde sorgen. „Am 6. Februar werden die T-Birds im Atzehoe mit Wonderland spielen, und beim Weinfest am 30. Mai steht der Star-Club-Stammtisch mit diesen beiden Bands sowie Foxi B. auf der Bühne.“ Und wenn vom Publikum alles gut angenommen wird, tritt ja vielleicht das ein, wovon Heiko Schuba aus Hamburg im Atzehoe sprach: „Aus Itzehoe muss man doch eine Rock’n’Roll City machen können.“

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