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Boots-saison : Das Leben kehrt in den Hafen zurück

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Winterlager des Segelvereins in Glückstadt jetzt fast leer. Schiffseigner müssen einige Neuerungen beachten.

„Die meisten der hundert Liegeplätze im Hafen sind wieder besetzt und die Halle des Segelvereins für das Winterlager ist fast leer“, beschreibt Hafenmeister Klaus Kühn den Beginn der Wassersportsaison. Bereits Ende März kamen die ersten Gastlieger in den Glückstädter Hafen. Bei zwei über den Verein organisierten Kran-Terminen im April wurden mit einem mobilen Großgerät jeweils 15 Schiffe in das Hafenbecken gehievt. Noch mehr Schiffe werden durch den Traveller-Lift der Yachtwerft Glückstadt am Rethövel zu Wasser gelassen. Seit 25 Jahren bedient Lutz Neumann als Slip-Meister das Gerät: „Wenn die erste Sonne kommt, werden die Segler nervös und wollen raus.“ Etwa 300 Boote werden von ihm pro Saison in den Binnenhafen eingesetzt, davon sind jetzt bereits 80 Prozent zu Wasser.

Für die Schiffseigner, die ihr Boot im Winter in der Vereinshalle am Entenufer gelagert hatten und über den Rhin durch die Schleuse in den Hafen kommen, hat sich dieses Jahr etwas geändert. Das Landesamt für Natur und Küstenschutz als Verwalter des Außenhafens hat angeordnet, dass der Durchlass aus Sicherheitsgründen nicht mehr als Schleuse betrieben werden darf, sondern nur noch als Durchlaufsiel. Karsten Heins, der als Mitarbeiter des Sielverbandes den Durchlass betreut, erklärt: „Beim bisherigen Schleusen wurde das Schiff in die Schleusenkammer gefahren, beide Tore wurden geschlossen und mit Zu- und Abläufen konnte der Unterschied der Wasserstände zwischen Rhin und Außenhafen ausgeglichen werde. Da aber die Schleusenkammer in einem geschlossenen Gewölbe liegt, ist sie während des Schleusenvorgangs nicht zugänglich. Die Schiffer sind dann für diesen Zeitraum gefangen und könnten im Notfall keine sofortige Hilfe bekommen.“ Bisher sei zwar noch nie etwas derartiges passiert, aber die Vorschrift wird in diesem Jahr mit einigem Murren bei den Schiffseignern umgesetzt.

Das Zeitfenster zum Durchlassen der Schiffe ist nun sehr begrenzt, denn die Sieltore können nur geöffnet werden, wenn die Wasserstände im Rhin und im Außenhafen etwa gleich hoch sind. „Das ist höchstens 30 Minuten bei Niedrigwasser möglich. Heute habe ich die Tore geöffnet beim Pegelstand von 3,84 Meter im Rhin und 3,80 Meter im Hafen“, erklärt Heins. Bereits zwölf Schiffe warteten im Rhin auf den Durchlass. Die geöffneten Siel-Tore werden vorsorglich mit Tauen festgebunden. Wenn große Schiffe die Elbe bei Glückstadt passieren, kann es zu einer Sog- und Schwallwirkung kommen, die die Tore sonst durch den Wasserdruck schließen.

Eine von den durchgelassenen Schiffen ist das Holzsegelboot „Isis“ von Thies Witt. Zusammen mit seinem Segelpartner Peter Hecht fuhr er in den Außenhafen. Für ihn war es ungewohnt und schon ein bisschen aufregend: „Es hat aber gut geklappt. Der Nachteil für uns Segler ist aber, dass wir begrenzte Terminvorgaben erhalten und auch schon Termine wegen Wind oder zu hohem Wasserstand im Außenhafen abgesagt wurden.“ Gespannt ist er sjetzt auf den Herbst, wenn die Fahrt in umgekehrte Richtung wieder in den Rhin geht und man gegen die Strömung fahren muss. Doch zunächst hat er genug mit seinem Schiff zu tun und freut sich auf sie sommerlichen Segeltörns auf der Elbe.

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