Bahnhof Glückstadt : Das lange Warten auf ein Dach

Die Bahnsteige wurden unter die Lupe genommen.
Die Bahnsteige wurden unter die Lupe genommen.

Überdachung am Bahnhof-Gebäude: Die Bahn geht von Bauarbeiten bis Mitte des Jahres aus. Eine Holzhütte dient jetzt als Unterstand.

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05. Februar 2018, 05:00 Uhr

Sommer 2014: Die Denkmalbehörde gibt grünes Licht für die Sanierung der Überdachung am Bahnhof-Gebäude. 2015: Das Vordach wird abgenommen. Die Pendler stehen im Regen. November 2016: Die Löcher im Boden werden hergestellt, in denen später die Pfeiler stehen sollen. Januar 2018: Auf das neue Vordach warten die Bahngäste immer noch vergeblich. Die Bahn weiß um das Problem und stellt zumindest eine provisorische Hütte auf.

Das Vordach lässt weiter auf sich warten: „Die Statik ist erstellt und liegt jetzt bei den Prüfern“, teilt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis mit. „Wir gehen davon aus, dass die Bauarbeiten zum Ende des ersten Halbjahres abgeschlossen sind. Die nächsten Schritte sind die erfolgreiche Prüfung der Statik, Montageplanung und Bau.“

Wie mehrfach berichtet, sollte es das neue Überdach schon lange geben. „Es wird momentan aufwendig saniert“, teilte Meyer-Lovis noch 2015 mit. Er sagte damals: Aufgrund des Denkmalschutzes darf dort kein einfacher Neubau als Ersatz errichtet werden. Das Vordach muss stattdessen wieder aufgebaut werden.

So sah das Dach aus, bevor es abgebaut wurde.
Althaus
So sah das Dach aus, bevor es abgebaut wurde.
 

Dass das Projekt so lange dauert, erstaunt auch die Denkmalschützerin Beate von Malottky einmal wieder in dieser Angelegenheit. „Alles war abgestimmt“, sagt sie. Deshalb schrieb sie vor Kurzem an die Bahn.

Zur Antwort erhielt sie, dass es Probleme mit der Standsicherheit gibt – aufgrund geänderter Richtlinien und Normen in der Prüfung. „So mussten abweichend von der Planung auch die Mauerwerkspfeiler erneuert werden“, erklärt die Denkmalschützerin. „Diese wurden mit einem Betonkern ertüchtigt und in neuen Fundamenten verankert, um die aus dem Eisenbahnverkehr resultierenden abhebenden Kräfte aufzunehmen.“ Das äußere Erscheinungsbild bleibe dabei aber erhalten. „Derzeit wird geprüft, ob die vorhanden Konsolen auch nachweislich als Auflager für das neue Dach genutzt werden können oder ob auch dort eine Ertüchtigung vorgenommen werden muss. Der Denkmalschutzbehörde wurden bisher aber noch keine Alternativvorschläge vorgestellt“, sagt Beate von Malottky.

2011 wurde das Bahnhofsgebäude mit seinem Vordach unter Denkmalschutz gestellt, weil es in der Zeit der Nationalsozialisten gebaut wurde. Das Gebäude selbst gehört einem Hamburger Unternehmen, für das Vordach wiederum ist die Bahn zuständig, weil es zum Bahnsteig gehört.

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