zur Navigation springen

Auftakt : Das Landestheater spielt für Itzehoe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Spielzeit-Auftakt im theater itzehoe mit vielen Kostproben aus dem Programm – und einigen Anspielungen auf eine offene Frage.

Mit einer sehr gut besuchten Auftakt-Gala hat die neue Spielzeit im theater itzehoe begonnen. Dabei wurden gleich vier Besucher beglückt: Theaterdirektorin Ulrike Schanko verloste vier „Kultur-Beutel“. Nachdem Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen, Landestheater-Intendant Peter Grisebach und Gisela Scholz, Vorsitzende des Vereins der Theaterfreunde, in die Lostrommel gegriffen hatten, bekamen vier Besucher je zwei Karten für einen Theaterabend und das dazu gehörige Buch.

Danach hagelte es Lob vom Bürgermeister für „das schönste Theater in Schleswig-Holstein“ (spontaner Beifall). Die Stadt habe „ein tolles Theaterteam mit der tollen Direktorin“ (sehr viel Beifall), die Theaterpädagogin Britta Schramm leiste „erstklassige Arbeit“ für das Jugendtheater, was das Haus „immer voller und immer besser“ mache (noch mehr Beifall). Aber leider, so Koeppen hintersinnig, habe die Stadt noch nicht das Landestheater. Die Initiativ-Bewerbung um dessen Hauptsitz bleibe aber bestehen (überragender Beifall).

Diplomatisch gewandt entgegnete Landestheater-Intendant Peter Grisebach auf diese Avancen, dass er im Moment seine Lesebrille nicht dabei habe. Was die Rendsburger und Flensburger sicher nicht düpieren wird. Als er später in seiner Moderation den sprachlich geschickt formulierten Testballon „Das Landestheater in Itzehoe“ startete (orkanartiger Beifall), meinte er – natürlich nur! – das laufende Landestheater-Programm auf der hiesigen Bühne.

Und diese Auftakt-Veranstaltung, allein vom Ensemble des Musiktheaters bestritten, machte in der Tat „Lust auf mehr“. Generalmusikdirektor Peter Sommerer dirigierte sein gut aufgelegtes Orchester, elf Solisten und der Chor präsentierten nicht nur die Vielseitigkeit des Ensembles, sondern auch die Vielfalt des Programms. Vor der Pause war es im Wesentlichen dem Belcanto gewidmet, nach der Pause der leichteren Muse. Zwei Einzelleistungen seien herausgehoben: Mezzosopranistin Svitlana Slyvia brachte als Zigeunerin Azucena aus Verdis „Troubadour“ das Publikum zum ersten Mal zum Füßetrampeln. Das gelang dann auch Joa Helgesson (Bariton) und Jin-Hak Mok (Tenor) mit einem Duett aus „Lucia di Lammermoor“. Eine aufgeschnappte Publikumsreaktion aus der Pause: „Da rieselt es Gänsehaut!“ Besser kann man es nicht sagen. Ob das Landestheater hier aber die Reflektorenflächen über der Bühne montieren muss? Der hinter den Reflektoren platzierte Chor war in den Fortissimo-Passagen des Orchesters jedenfalls auf vielen Plätzen nicht oder nur kaum zu hören.

Grisebachs Moderationen – sachlich kompetent, gut getimt, sprachlich versiert – hatten künstlerisches Niveau. Allein seine lässig hingetupften Aperçus über die Oper an sich und die Verdi-Oper im Speziellen amüsierten. Lang anhaltender, rhythmischer Beifall mit Füßetrampeln am Schluss. Die neue Obermaschinerie hat dieses Erdbeben nach ersten Eindrücken ausgehalten.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen