Vorfahrt in Itzehoe : Das Kreuz mit der Kreuzung

Aufpassen: Die Kreuzung muss entschärft werden, meint Thomas Knapp.
Aufpassen: Die Kreuzung muss entschärft werden, meint Thomas Knapp.

Die Vorfahrtsregelung in Adolf-Rohde-Straße in Itzehoe bereitet Sorgen.

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07. Juli 2018, 05:00 Uhr

Eine Stichprobe, nicht einmal zehn Minuten lang. Tatsächlich, die allermeisten Autofahrer fahren sehr behutsam über die Kreuzung der Adolf-Rohde-Straße mit der Poel- und der Gorch-Fock-Straße. Die Rechts-vor-Links-Regelung wird beachtet. Doch nach wenigen Minuten kippt der Eindruck: Plötzlich passt kaum noch jemand auf, ohne zu bremsen rollen die Autos an den vorfahrtberechtigten Seitenstraßen vorbei. Richtig gefährlich wird es nicht – dieses Mal.

Das sah am Montag, 25. Juni, anders aus. Eine 18-Jährige übersah zur Mittagszeit auf ihrem Kleinkraftrad die Vorfahrt eines Hyundai, der aus der Poelstraße kam. Jetzt liegt die Oelixdorferin mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Vor ihrer Ausbildung besuchte sie die nahe Wolfgang-Borchert-Schule, und WBS-Lehrer Thomas Knapp war „wütend und betroffen“, als er von dem Unfall hörte. Auch bei den Kollegen gebe es viel Kritik an der Vorfahrtsregelung. Geändert wurde sie zur Eröffnung des Hauses der Jugend (HDJ), als dort eine Tempo-30-Zone eingerichtet wurde. Eine Kollegin müsse aus der Poelstraße die Adolf-Rohde-Straße überqueren, schildert Knapp. „Wenn sie nicht anhalten würde, wäre sie schon zehn Mal überfahren worden.“

Jetzt sind zwar Ferien, doch die Zeit danach macht dem 45-Jährigen Sorgen: „Wenn die Kinder wissen, dass sie fahren dürfen, fahren sie einfach.“ Bei WBS-Leiter Sven-Eric Leisner sind noch keine Klagen angekommen. „Aber aus eigener Anschauung weiß ich, dass die Übergangszeit nicht ganz ohne ist.“

Gemeint ist die Zeit, bis sich die Verkehrsteilnehmer an die Regelung gewöhnt haben. Einen ersten Unfall gab es im Mai, als zwei Autos kollidierten. Bilanz: zwei Leichtverletzte und 15 000 Euro Schaden. Bislang sei die Kreuzung aber nicht als Unfallschwerpunkt aufgefallen, sagt Polizeisprecherin Maike Pickert.

In der Ordnungsabteilung im Rathaus ist keine Kritik angekommen, heißt es auf Anfrage. Lob gab es für die Tempo-Anzeige vor dem HdJ, die mit grünem Lächel-Smiley folgsame Autofahrer belohnt und die anderen mit rotem Gesicht mit hängenden Mundwinkeln ermahnt. Auch die Vorfahrtsregelung an der Kreuzung sei eindeutig, aber nach all den Jahren dauere es, bis sie in den Köpfen ankomme. Schilder und ein Blechpolizist sollen darauf hinweisen, doch die Situation besser sichtbar zu machen, sei wegen der Bedingungen im Umfeld, vor allem der Bäume, schwierig. Eine Lösung könnten Betonringe auf der Fahrbahn sein wie in der Pünstorfer Straße, meint Knapp. Die Überlegungen in der Ordnungsabteilung gehen weiter: „Wir prüfen, was wir mehr machen können.“

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