Das kann ja heiter werden!?

Uwe Hellmann (hmk)
Uwe Hellmann (hmk)

shz.de von
31. Oktober 2014, 12:21 Uhr

November, das ist die Zeit der regensatten Wiesen und Felder, der dicken Nebelschwaden überm Fluss. Kaum ein Sonnenstrahl durchdringt das Grau.

Die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, so hasten wir durch die Straßen. Kaum ein Lächeln ist zu sehen. Bloß schnell in die warme Stube ...

Selbst die Bäume scheinen zu resignieren, werfen ihre Blätter ab – strecken ihr Geäst gen Himmel – entblättert, entblößt und verletzlich.

Elender November. Alle Welt bläst Trübsal. Das kann ja heiter werden! Heiter werden? Das wird's ja gerade nicht! Viele sind einfach traurig. Und sie dürfen auch traurig sein, denn der November ist wie gemacht dafür. Er erinnert uns daran, dass auch wir manchmal wie durch Nebel waten.

Ohne Lichtblick, ohne Hoffnungsfunken. Und so mancher würde gerne selbst die Arme zum Himmel recken – wie die Bäume das schmückende Beiwerk fallen lassen und sich verletzlich zeigen. Das macht den November so anstrengend: Er gibt Raum für Stimmungen, die wir gerne verdrängen. Er bürdet uns diese Erfahrung geradezu auf – mutet sie uns zu. Aber erst das macht uns ganz. Erst das macht uns lebendig – macht uns, wie wir von Gott gedacht sind. „Herr, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief.“ (Ps 92,6) Ein bewusst durchlebter (und durchlittener) November lohnt sich. Immer!

Danach kann’s wieder heiter werden.

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