Festival : „Das ist wie eine Bescherung“

Freuen sich über St. Cyriacus als SHMF-Spielort: Jenni Knapp, Reinhard Rübner, Jürgen Grelck, Günter König, Helmut Mittelmann, Marcus Wack und Axel Pietsch.
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Freuen sich über St. Cyriacus als SHMF-Spielort: Jenni Knapp, Reinhard Rübner, Jürgen Grelck, Günter König, Helmut Mittelmann, Marcus Wack und Axel Pietsch.

Kellinghusener St. Cyriacus-Kirche wird im kommenden Jahr Spielort des Schleswig-Holstein Musik-Festivals.

shz.de von
23. Dezember 2015, 16:10 Uhr

Nicht der Weihnachtsmann – das Schleswig-Holstein Musik-Festival (SHMF) legt der Stadt ein Geschenk von beträchtlichem Wert unter den Tannenbaum. 2016 wird die St. Cyriacus-Kirche ein Spielort des international bekannten Musikereignisses mit im vergangenen Jahr 154  000 Besuchern. „Das ist wie eine Bescherung“, strahlte Bürgermeister Axel Pietsch im Gotteshaus.

Große Freude auch bei Günter König, Vorsitzender des Kirchengemeinderats. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei das Gesamtalter der Kirche sowie die künstlerische Ausgestaltung des Kircheninneren durch Professor Hans Kock gewesen, so König. Stadtmarketingchefin Jenni Knapp unterstreicht den Wert als Spielortstadt und begrüßt den Klassik-Lückenschluss im kulturellen Angebot.

Gemeinsam mit drei weiteren Kirchen im Land zählt die Kellinghusener Kirche zu den sogenannten Urkirchen. Erhalten ist heute noch der im 12. Jahrhundert erbaute Feldsteinsockel. Bekannt wurde St. Cyriacus durch die moderne Ausstattung, die sie 1974 im Rahmen einer grundlegenden Renovierung erhielt. Unter der künstlerischen Leitung von Kock entstand unter anderem das Motiv des „weiten Himmels“ im Altarraum. „Zustande kam der Kontakt ganz banal bei einem Essen, zu dem die Intendanz die Bürgermeister der Westküste eingeladen hatte“, berichtet Reinhard Rübner. Der Zufall wollte es, dass erste stellvertretende Bürgermeister der Stadt neben Festivalchef Dr. Christian Kuhnt platziert wurde. Als Rübner von ihm hörte, dass besondere Festspielorte immer gesucht werden, zögerte er nicht lange, lieferte St. Cyriacus. Auch wenn es zunächst abwehrend „nicht schon wieder in einer Kirche“ hieß: Die Schwärmereien des Kellinghuseners machten neugierig, ein Treffen mit den SHMF-Verantwortlichen vor Ort überzeugte, die Störstadt und ihr Kirchengebäude bekamen den Zuschlag.

„Wir haben uns schon öfter mit dem Gedanken getragen, unsere wunderschöne Kirche einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen“, dankt der Kirchenmann König dem Politiker Rübner Dank für sein großes Engagement. „Musik zu den Menschen bringen“ ist seit 30 Jahren Leitsatz des Festivals - und dies auch abseits von großen Sälen. An 60 Spielstätten in Schlössern, Herrenhäusern, Scheunen, Ställen und eben auch Kirchen wurde in der vergangenen Saison konzertiert.

2016 widmet sich das Festival dem Komponisten Joseph Haydn (1732 – 1809). Welches Konzert während des SHMF vom 2. Juli bis zum 28. August in St. Cyriacus aufgeführt wird, steht zu Beginn des Jahres 2016 fest. Auf jeden Fall werde eine solche Exzellenzinitiative ganz viel für Kellinghusen bringen, sagt Helmut Mittelmann. Der Kellinghusener ist mit Axel Pietsch, Reinhard Rübner, Günter König, Jürgen Grelck und Jenni Knapp Gründungsmitglied der „Kulturinitiative Kellinghusen“, die sich organisatorischen Aufgaben widmen wird. Um das Konzert in der relativ kleinen St. Cyracus Kirche mit rund 300 Plätzen zu realisieren, wird zudem ein Sponsoring notwendig sein. „Wir suchen kulturell interessierte Personen, Unternehmen und Einzelhändler, die nicht etwa allein ein Konzert finanzieren, sondern in der Gemeinschaft je nach Möglichkeiten dabei sind“, sagt Knapp. Unter dem Dach der Kulturinitiative Kellinghusen trage die Gesamtheit der Sponsoren dann zur Realisierung bei und tue gleichzeitig etwas für die Stadt. Mehr Informationen dazu wird es Anfang 2016 im Rahmen eines Spenden- und Sponsoringabends geben.

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