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Schwimmen in Glückstadt : „Das holen wir wieder auf“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Schwimmmeister in den Freibädern der Region ziehen eine gemischte Zwischenbilanz für die aktuelle Saison und hoffen auf gutes Wetter.

von
erstellt am 18.Aug.2015 | 05:00 Uhr

Das Zwischenfazit des Schwimmmeisters im Glückstädter Fortuna-Bad fällt negativer aus, als das der Kollegen in der Region. „Für die Freibäder war dieser Sommer schlecht“, sagt Rüdiger Kallies (49). Vor den Ferien sei das Wetter nicht gut genug gewesen. Auch kämen die Kinder später am Tag aus der Schule als früher und jetzt in den Ferien seien zu viele Glückstädter verreist. „Dafür kommen viele Touristen.“ Vor allem Radfahrer nennt Kallies – und Familien, die in der Jugendherberge übernachten. Das freut ihn auch deshalb, weil es zusätzliches Geld in die Kasse bringt. Denn viele Glückstädter Familien haben Saisonkarten. Rund 30  000 Besuche hat es in diesem Jahr bisher gegeben. Früher waren es 70 000 zum gleichen Zeitpunkt.

Was Kallies an seiner Arbeitsstelle besonders schätzt, ist die „familiäre Atmosphäre“. Ein sehr gutes Verhältnis pflegt er zu seinem Chef, dem Stadtwerkeleiter Karl-Heinz Jacobs. „Von ihm bekommen wir eine tolle Unterstützung.“ Auch bei den Veranstaltungen, die Kallies anbietet. Auch die Kooperation mit dem Förderverein und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft bei Veranstaltungen sei „eine super Zusammenarbeit“. Da bezieht er auch die Kollegen vom Itzehoer Schwimmbad mit ein, die in Glückstadt Vertretung machen.

Die vielen Veranstaltungen, wie jüngst das Mondscheinschwimmen mit Lichterketten und Lampions am Beckenrand, und jetzt am Freitag, 28. August, das Grillfest, seien eine Bereicherung für das Bad, sagt Kallies. Gespannt ist er auf den 22. August, dann ist „Abzeichentag“. Kinder und Jugendliche können bei der DLRG die Abzeichen Bronze, Silber und Seepferdchen machen. „Es ist unklar wie viele kommen – das ist abhängig vom Wetter.“

Dass am Ende alles gut wird, davon ist Hans-Jürgen Weidlich überzeugt. Der Schwimmmeister des Schwimmzentrums Itzehoe zieht eine vorsichtig positive Zwischenbilanz der bisherigen Freibadsaison. „Der Juni war zwar ziemlich schlecht und im Juli war es ganz gruselig, aber der August hat uns für vieles entschädigt“, sagt der 59-Jährige, der seit über 30 Jahren Schwimmmeister ist. Dabei ist das Itzehoer Bad mit einer Wassertemperatur von 26 Grad das wärmste im Kreis.

Im Juni blieben die Besucherzahlen dort mit 12  035 um fast 2000 unter denen aus dem Vorjahr. Im Juli kamen 17  343 Gäste ins Freibad, ein Jahr zuvor waren es noch 22  338 gewesen. Dafür zahlten im August 2014 nur 9892 Badegäste Eintritt, nach dem vergangenen Wochenende hat das Schwimmzentrum in diesem Monat aber schon die 10    000er Marke geknackt. „Was wir zu Beginn der Saison verloren haben, das holen wir wieder auf“, prognostiziert Weidlich. „Somit werden wir am Ende der Saison wieder etwa bei der Anzahl der Gäste landen, die wir im vergangenen Jahr hatten.“ Damals kamen 46  113 Schwimmer in das laut Weidlich größte Freibad Schleswig-Holsteins. Einen Rekord hat er immerhin geknackt: Im vergangenen Jahr waren an keinem Tag mehr als 2000 Besucher im Bad, in diesem Jahr kamen am 4. Juli genau 2410 Gäste.

Das Itzehoer Freibad hat im Gegensatz zu vielen anderen Bädern in der Saison nur drei Monate im Sommer geöffnet, deswegen seien die Zahlen nur bedingt mit denen anderer Bäder vergleichbar, so Weidlich. Denn in Itzehoe müssten die 22 Jahre alten Becken jedes Jahr neu beschichtet werden. „Dafür brauchen wir trockene Phasen, die wir meist frühestens im April oder Mai haben“, sagt Weidlich. Die Freibadsaison endet in Itzehoe voraussichtlich am 30. August. Dann beginnt für Weidlich schon ein wenig der Herbst: „Ab Montag, dem 31. August, 11 Uhr, hat dann wieder das Hallenbad geöffnet.“

Auch das Freibad Brokdorf hatte einen nassen Start in die Saison. Der Badebetrieb, der am 9. Mai begonnen hat, nahm erst ab Juli Fahrt auf. Von 2430 Besuchern im Mai ging es hoch auf 5717 Badegäste im Juni und auf 8913 Besucher im Juli. Der besucherstärkste Monat aus dem vergangenen Jahr war der August mit 5852 Besuchern. „Das lässt für dieses Jahr noch einiges erhoffen“, sagt Enrico Arndt, Fachangestellter für Bäderbetriebe.

In der Badesaison kamen im Durchschnitt 225 Besucher pro Tag. „Das ist eine recht gute Zahl“, so Arndt. Der Tag mit den meisten Gästen war wie in Itzehoe bislang Sonnabend, der 4. Juli, mit 1295 Besuchern. Die beste Woche verzeichnete das Bad vom 1. bis 5. Juli. In der Negativ-Woche vom 25. bis 30 Juli waren es lediglich zwischen 64 und 120 Besucher täglich. Seit Saisonbeginn hatte das Freibad bis jetzt 22  912 Besucher. Bis zum 6. September ist das Freibad noch geöffnet – am letzten Tag wird es für alle Besucher kostenlosen Eintritt geben. „Die magische Grenze von 30  000 Besuchern überschreiten wir in diesem Jahr noch“, glaubt Enrico Arndt.

Wenig Begeisterung über den Sommer herrscht am Kiosk von Volker Sinn und Monika. Das Ehepaar betreibt ihn in der 13. Saison. Aber dieser Sommer war der schlechteste“, beschwert sich Volker Sinn. „Wir haben lange nicht mehr die Besucherzahlen wie vor zehn Jahren. Heute müssen die Leute wegen der Medien und der Wettervorhersage erst zwei Tage schwitzen, bevor sie am dritten auf die Idee kommen ins Schwimmbad zu gehen.“ Das habe sich auf das Geschäft negativ ausgewirkt.

Aber eine kleine Hoffnung gibt es: Morgen soll das Wetter wieder besser werden.

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