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Schlittenhunderennen : Das härteste Rennen der Welt

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Beim Schlittenhunderennen sucht Michael Tetzner die ultimative Herausforderung. Im Januar startet der Burger bei der Grande Odyssee in Frankreich.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2013 | 05:09 Uhr

Weltmeister ist er schon, doch jetzt sucht der 48-jährige Burger Michael Tetzner eine neue Herausforderung. Besser gesagt, die ultimative Herausforderung im Schlittenhunderennsport. „Am 11. Januar will ich als einziger deutscher Teilnehmer am härtesten Schlittenhunderennen der Welt teilnehmen, dem Grande Odyssee in Frankreich nahe Grenoble“, erklärt Tetzner.

1200 Kilometer in 14 Tagen inklusive Übernachtung in Freien und ohne Support auf der Strecke, bilden den Rahmen. „Die Rennleitung hat mir ein Roadbook geschickt, damit ich mir die Strecke einprägen kann. Mehr gibt es nicht“, weiß Tetzner. 23 Musher aus der ganzen Welt sind bereits gemeldet. Mit 14 Hunden, davon zehn vorm Schlitten, vier zum Tauschen an den Stationen, gehts auf die Strecke, rauf bis über 2300 Höhenmeter.

„Im Gegensatz zu den Rennen in Alaska und Kanada, wo es vor allem gegen die Kälte, aber ansonsten flach geradeaus geht, gehts hier den Berg rauf und auf schwarzen Pisten wieder runter“, sagt Tetzner. Das Rennen findet nahe Europas höchsten Berg, dem Mont Blanc statt. „Ich hab schon fast alles gemacht, das ist nun eine Herausforderung, die ich endlich abhaken möchte.“

Tetzner, der 2012 die Europameisterschaft im Mushing mit Teilnehmern aus 22 Nationen nach Burg holte, hat Respekt vor dem Alpenrennen, denn in den vergangenen zehn Jahren schafften es von 300 Teilnehmern gerade mal 51 bis ins Ziel. So wäre allein schon das Durchkommen ein Sieg. Doch Tetzner will aufs Podest – am liebsten auf den Siegerplatz. Tetzners Vorraussetzungen passen. Seine aktuellen Rennhunde sind im besten Alter, top aufeinander eingespielt. Sie sind eine Eigenzüchtung, das Ergebnis aus 25 Jahren Hundezucht, mit fünf bis zehn Jahren im besten Rennalter.

Damit die Hunde im Januar auch konditionell topfit sind, geht es dieser Tage bis Weihnachten ab nach Lillehammer in Norwegen, wo Tetzner seit 1995 sein Wintertraining absolviert. Es begleiten ihn neben 30 Hunden auch Ehefrau Doreen und Tochter Leonie (3). Für Familie und Hunde gibt es zudem ein nagelneues rollendes Heim in Form eines acht Meter langen, 2,53 Meter breiten und drei Meter hohen Hunde- und Wohnanhängers, inklusive Verbindungstür zum Hundeabteil. Praktisch und funktionell muss es sein, das war Tetzners oberste Priorität bei der Planung des eigens für ihn nach seinen Ideen angefertigten Trailers. So gibt es am Heck eine große Rampe mit optimalem Zugang zu den Boxen, „die die allerneuesten Tierschutzbestimmungen erfüllen“, wie Tetzner betont. Auch das Wohnanteil besitzt eine Einfahrt. So kann der Weltmeister nach einem harten Tag auf der Piste direkt mit dem Quad hineinfahren, das Bett herunterklappen und seinen Hunden „Gute Nacht“ wünschen.

Mit seinem 355 PS starken Dodge Pickup als Zugfahrzeug geht Tetzner nun mit der Familie auf große Fahrt. Auch mit bald 50 Jahren zieht er eine kalte Nacht in der Wildnis einem warmen Hotelbett immer noch vor. Die Herausforderung in den französischen Alpen braucht Tetzner auch, weil es bei der Weltmeisterschaft im November in den italienischen Alpen so gar nicht klappte. Nachdem ihm ein Stein ins Auge flog, musste der Weltmeister am zweiten Renntag aufgeben. Nun lockt ihn das Siegertreppchen bei der „Grande Odyssee“.

 

>Wer möchte kann das Rennen im Internet unter www.grandeodyssee.com miterleben.

 

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