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Am Tag danach : Das große Aufräumen an der Unterelbe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine ganze Region atmet auf: Deiche blieben heil, Zahl der Einsätze hielt sich in Grenzen. Einen Sondereinsatz gab es noch für Feuerwehrleute im Glückstädter Spülgebiet. Hier musste das Bielenberger Wäldchen aufgeräumt werden.

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erstellt am 07.Dez.2013 | 08:00 Uhr

Um 9.30 Uhr gab es auch für die Ämter Horst-Herzhorn, Krempermarsch, Wilstermarsch und die Stadt Glückstadt endgültig Entwarnung. Landrat Torsten Wendt hob den Katastrophen-Voralarm auf. Innerhalb von 24 Stunden waren von der Einsatzleitstelle Elmshorn aus 144 Rettungsdienstsätze organisiert worden. Die Steinburger Feuerwehren mussten 176 Mal ausrücken, die Dithmarscher 155 Einsätze fahren. Unterm Strich waren es nur ein Viertel der Alarmrufe, die bei Orkan „Christian“ aufgelaufen waren. Und der wütete nur viereinhalb Stunden lang. Noch in der Nacht, aber auch den ganzen gestrigen Tag über, hatten die Helfer allerdings alle Hände voll mit Aufräumarbeiten zu tun.

Beispiel Feuerwehr Itzehoe: Im Waldstück Klosterholz nördlich der Kreisstadt an der Bundesstraße 77 hatte Jäger Arnd Jenzevski Hochsitze kontrolliert und war dabei auf einen umgestürzten Baum gestoßen, der eine Stromleitung herunterdrückte. Die Feuerwehr sperrte ab, den Rest musste die Eon Hanse erledigen. Dort hieß es, dass in diesem Bereich mehrere Bäume auf der 60 000-Volt-Leitung gelandet seien. Das führte zu Stromausfall in den Bereichen Brokstedt, Kellinghusen und Quarnstedt. Dieser war nach rund einer Stunde behoben per Fernsteuerung aus der Rendsburger Netzleitstelle. Experten rückten an, um die Leitung zu reparieren.

Unterwegs war auch das Technische Hilfswerk aus Itzehoe: Blieb es am Donnerstag trotz Bereitschaft relativ ruhig, so wartete gestern Mittag noch ein kniffliger Einsatz in der Itzehoer Innenstadt: In einem Innenhof musste ein Baum heruntergenommen werden, der gegen ein Haus gekippt war.

Acht Einsätze absolvierte Burgs Pflichtfeuerwehr in der ersten Sturmnacht. Unter anderem fing sie kurz vor Mitternacht im Norderende ein umherwehendes Gartenhaus ein. In Brokstedt deckten orkanartige Böen Teile eines Blechdaches ab. Dort entfernten die Einsatzkräfte teile der Dachhaut, die in Richtung der Bahnstrecke Hamburg-Kiel/Flensburg zu wehen drohten und sicherten den Rest der Dachkonstruktion gegen weitere Beschädigungen.

Zeitweise mussten die Helfer auch Kletterpartien in sechs Meter Höhe absolvieren, um Äste abzusägen. Ein umgestürzter Baum und die geknickte Halterung der Hochspannungsleitung auf der Bahnstrecke Hamburg-Kiel blockierten auf Höhe des Bahnüberganges Quarnstedter Straße die Gleise. Hier brauchte die Wehr – in diesem Fall die Kellinghusener – nicht einzugreifen, da der Notfallmanager der Bahn und die Mitarbeiter selbst für die Reparatur sorgten.

Großalarm gab es gestern Mittag dann noch einmal für Feuerwehren im raum Glückstadt: Die Schäden im Bielenberger Wäldchen an der Elbe bei Glückstadt waren so groß, dass aufgeräumt werden musste. Denn treibende Baumstämme sind eine große Gefahr für die Deiche. Bis zu dem Zeitpunkt hatte es Entwarnung gegeben für die Standsicherheit der Deiche in Glückstadt. „Es war seit 1976 die zweithöchste Sturmflut mit 3.70 Meter“, sagte Jürgen Kewitz, zuständig im Rathaus für den Katastrohpenschutz. „Wir hatten viele Brecher im Glückstädter Hafen. Die Gischt knallte über die Stöpen und Spundwände.“

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