Reitverein : Das Glück dieser Erde...

Siegerin im Führzügelwettbewerb: Mette Bornholdt auf „Nepomuk“ mit Führerin Hilke Bornholdt.
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Siegerin im Führzügelwettbewerb: Mette Bornholdt auf „Nepomuk“ mit Führerin Hilke Bornholdt.

Mit 200 Nennungen war das Turnier des Reitvereins Glückstadt das größte in der Vereinsgeschichte. Für fast alle Teilnehmer stand der Spaß im Vordergrund

shz.de von
19. Mai 2015, 12:00 Uhr

Glückstadt | 200 Starts und zwölf Prüfungen in Dressur und Springen – nie in der Geschichte des Reitvereins Glückstadt waren die Nennzahlen bei einem Turnier größer als in diesem Jahr. Mit entsprechender Besorgnis sah der Vereinsvorsitzende Bernd Siems dem Großereignis entgegen, diese sollte sich aber als unbegründet erweisen. „Bombastisch“, äußerte sich Siems euphorisch nach der Veranstaltung – und bezog sich dabei auch auf die Leistungen der Teilnehmer aus Nah und Fern, den reibungslosen Ablauf und den engagierten Einsatz der Helfer. „Wir hatten im Vorfeld zwar großen Respekt vor dem, was wir bei unserem Turnier zu bewältigen haben, aber letztlich blieb alles ruhig über den Tag.“

Erfreut war Bernd Siems auch darüber, dass überwiegend Junioren und junge Reiter die Veranstaltung nutzten, um erste Turniererfahrungen zu sammeln oder ihr Können zu festigen. „Dass der Nachwuchs unser Turnier so gut annimmt, bestätigt unser Konzept, in erster Linie den Breitensport zu fördern.“

Gern zum Turnier gekommen war die fünfjährige Mette Bornholdt. Das jüngste Mitglied im Reitverein Kollmar nahm nach ihrer Teilnahme an den Horster Pferdetagen vor gut zwei Wochen wieder an einem Führzügelwettbewerb teil – und gewann ihre Abteilung auch in Glückstadt auf dem zwölfjährigen Deutschen Reitpony „Nepomuk“. Geführt wurde sie von ihrer Mutter Hilke (32). Ihre Tochter trainiere mehrmals die Woche, eben so, wie es am besten passe: „Es soll ja auch Spaß bringen.“ Und den hatte die kleine Juniorin offensichtlich. Ob Schritt oder Trab, ob mit beiden Händen oder nur mit einer Hand am Zügel: Mette überzeugte in ihrer Haltung das Richterkollegium und freute sich über den Sieg ebenso wie über Schleife, Urkunde und den von den Nürnberger Versicherungen gestifteten „Nürnberger Bergpokal“.

So auf den Geschmack gekommen, will die Fünfjährige auch in Zukunft die in der Nähe liegenden Turniere nutzen, um Sport und Atmosphäre kennen zu lernen. Und im Gegensatz zu den Horster Pferdetagen, wo sich ihre Aufregung erst mit der Überreichung der Siegerschleife legte, war Mette vor dem Glückstädter Turnier offenbar schon weniger angespannt. Hilke Bornholdt: „Heute war es besser, auch wenn Mette schlecht und wenig geschlafen hat und Mama sie wecken musste.“ Dass die Juniorin ihr Pony „ganz doll lieb“ hat, zeigte sie – wie alle anderen Führzügel-Teilnehmer übrigens auch – indem sie ihrem „Nepomuk“ nach der Prüfung den Hals tätschelte.

Mit der Aufregung vor dem Turnierstart weitaus besser zu recht gekommen war Anna Thielk (22), die sich auf dem Quarter Horse-Wallach „Rossi“ in zwei Prüfungen präsentierte: Im Dressur-Wettbewerb der Klasse E belegte das Paar vom Reitverein Glückstadt in ihrer Abteilung und mit der Wertnote 6.70 den dritten Platz und bei der Dressur-Reiter-Prüfung der Klasse A reichte die Wertnote 6.30 zum sechsten Rang. „Ich gehöre zum Verein“, sagte die Reiterin während einer Turnierpause, „und bin jedes Jahr dabei, weil es mir Spaß bringt und es sich vor der Haustür auch anbietet.“ Auch wenn sich Anna Thielk lediglich drei- bis viermal pro Jahr, also „nicht so oft“, an Turnieren im Kreis Steinburg beteilige, im Sattel säße sie täglich und reite Dressur. Erfahrungen habe sie aber auch in einer anderen Disziplin gesammelt: „Im Alter von neun bis 13 Jahren hatte ich mich dem Westernreiten gewidmet.“

Abschluss des langen Turniertages bildete die Sportstafette, bei der ein Vierbeiner, ein Reiter und ein Läufer ein Team bildeten. Doch ob auf dem Pferd oder im Parcours zu Fuß unterwegs: Die Protagonisten machten ihre Sache sehr gut – alle Stangen blieben liegen, so dass zum Schluss die Zeit entscheiden musste. Die Oberhand im immer spannenden und unterhaltsamen Wettbewerb behielten Lara Penzel auf „Luna“ (44.57 Sekunden) vor Ilka Kröger auf „Ricky Pride“ (45.28 Sekunden) und Dana Röming auf „Tarzan“ (47.28 Sekunden).



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