WIrtschaft : Das erwartet Brunsbüttel von der Fähre

Diese beiden Doppelend-Fähren werden ab 20. August zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven verkehren. Getauft werden sie am 19. August bei der Eröffnung der Linie.
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Diese beiden Doppelend-Fähren werden ab 20. August zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven verkehren. Getauft werden sie am 19. August bei der Eröffnung der Linie.

Stadtmanagerin hofft auf viele Gäste für die Schleusenstadt und Gewerbeverein auf wirtschaftliche Impulse

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31. Juli 2015, 12:02 Uhr

Ein gutes Stück Hinterland fehlt der Schleusenstadt durch die Elbe. Das wird sich ab dem 20. August ändern, wenn die Reederei Elb-Link den Linienverkehr zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven aufnimmt. Sowohl Stadtmanagerin Anne-Merle Wulf als auch Wolfgang Pfeffer, Vorsitzender des Vereins für Handel, Gewerbe und Industrie (HGI), hegen große Erwartungen an diese Verbindung.

„Für Brunsbüttel ist die Anbindung an Niedersachsen sehr von Vorteil“, ist die Stadtmanagerin überzeugt. Erst zu Wochenbeginn war Anne-Merle Wulf in Cuxhaven, um dort die Schleusenstadt etwas bekannter zu machen. Brunsbüttel empfehle sich für Tagesausflüge, sagt sie. Deshalb wollte sie auf der anderen Elbseite „zeigen, was wir zu bieten haben“. Zwar rechnet sie in diesem Jahr nicht mehr mit der ganz großen Nachfrage – wenn die Fähre den Betrieb aufnimmt, sind die Sommerferien fast zu Ende. Aber es gebe ja noch die Herbstferien und Ende September die Dithmarscher Kohltage, an denen sich auch Brunsbüttel regelmäßig beteiligt.

Zu den Langzeitzielen gehören für die Stadtmanagerin die Einrichtung eines Fahrradverleihs am Brunsbütteler Fähranleger. Und Anne-Merle Wulf möchte gern nächstes Jahr den geplanten Schnellbus nach Itzehoe mit einbinden. Bis dahin hofft sie, dass Autokraft den Fähranleger in den ÖPNV-Fahrplan einbauen kann. Hinweisschilder sollen Gästen den Weg in die Stadt weisen. Immerhin ist der historische Teil, Brunsbüttel-Ort, gar nicht so weit entfernt. Bis zu den Schleusen ist der Weg allerdings weiter. Dafür bräuchten Fußgänger ein Angebot, wie sie in die Stadt gelangen können. Denn sie gibt zu: „Man steht da erstmal an der Wiese.“

Aus Sicht der Brunsbütteler Kaufleute erhofft sich Wolfgang Pfeffer durch mehr Besucher in der Stadt auch einen wirtschaftlichen Impuls, vor allem für die Koogstraße. „Für die Geschäfte wird das einen Zusatznutzen bringen.“ Die Schleusenanlage könnte ein Zugpferd sein. Noch mehr positive Auswirkungen durch die Fährlinie aber erwartet Pfeffer für die Logistikbranche. Dies einerseits, weil Elb-Link die beiden Doppelend-Fähren im festen Fahrplan über die Elbe schickt, alle 90 Minuten soll eine 70-minütige Überfahrt beginnen. „Für unsere Logistik-Wirtschaft ist das ein Segen.“ Andererseits würden unkalkulierbare Fahrzeiten auf der A7 im Hamburger Raum umgangen und andererseits Wartezeiten in Glückstadt beziehungsweise Wischhafen. Und: „In Cuxhaven ist man kurz hinter der Fähre bereits auf der Autobahn.“ Mit Blick auf die letzte Fährverbindung, die gescheiterte „Elbe-Ferry“, betont Pfeffer die Bedeutung der neuen Linie für Gefahrguttransporte: „Die waren damals nicht möglich.“

Wie die Stadtmanagerin ist der HGI-Vorsitzende überzeugt, dass Brunsbüttel „darauf gewartet hat, dass die Fähre wieder zwischen beiden Städten verkehrt“. Jetzt sei eines besonders wichtig: „Wir brauchen einen nachhaltigen Effekt.“ Der stellt sich ein, wenn die Linie entsprechend genutzt wird. Elb-Link hatte schon bei der Präsentation im Mai erklärt, bei entsprechender Resonanz im nächsten Jahr eine dritte Fähre einzusetzen. Das verkürzt die Taktung. Ohnehin glaubt Pfeffer, dass es im Frühjahr 2016 erst so richtig losgeht.

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