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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 18:04 Uhr

„Das dürfen wir nie vergessen“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kein Laut ist zu hören, niemand wagt sich zu bewegen. Eingestimmt von Geigenklängen von Jazeps Jermolovs ist den Zuhörern in der St.  Jürgen-Kapelle melancholisch zumute. Rund 30 Gäste sind gekommen am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und hören Pastor Willfrid Knees zu.

Anschaulich beschreibt er die deutsche Kriegszeit und die Nachkriegsgeschichte. Ab und zu geht ein Flüstern durch die Bankreihen. Bei vielen kommen Erinnerungen hoch. „Es trifft mich alles immer noch“, erklärt Manfred Grießmann. Marlen Goldberg-Löwe hat die Nürnberger Prozesse als Kind miterlebt, der Vortrag hat die 84-jährige Itzehoerin nachdenklich gestimmt: „Es macht traurig, was damals passiert ist, man fragt sich, wie so etwas passieren konnte.“ Regelmäßig besucht sie Veranstaltungen in der Kapelle, für dieses Gedenken ist sie besonders dankbar: „Hoffentlich bleibt das alles in Erinnerung, das dürfen wir nie vergessen.“

So sieht es auch Knees. Insbesondere das Mahnmal an den Malzmüllerwiesen solle beachtet werden. „Wir brauchen in dieser Stadt ein öffentliches Gedenken in einer Weise, dass viele Menschen kommen.“ Denn: „Wir gehen von der kommunikativen zur kulturellen Erinnerung über. Wir haben fast keine Zeitzeugen mehr, da ist eine Erinnerungsveranstaltung dringend notwendig.“

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