Weihnachtsbrauch : Das Christkind bringt Geschenke

Beim Dezember-Treffen stand das Fest der Liebe im Mittelpunkt: Christine Wölferl (links), Benno Britz, Walter Meyer (rechts) und Anemarie Kneifel
Beim Dezember-Treffen stand das Fest der Liebe im Mittelpunkt: Christine Wölferl (links), Benno Britz, Walter Meyer (rechts) und Anemarie Kneifel

Eigentlich feiern sie ganz traditionell Weihnachten, doch beim jüngsten Treffen der in Dithmarschen lebenden Hessen in Brunsbüttel stellt sich heraus, dass es einen kleinen Unterschied gibt.

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26. Dezember 2014, 16:05 Uhr

„Wir kommen doch nicht aus dem Ausland sondern aus Hessen“, betonten die Teilnehmenden am Hessentreffen. Sie waren sich sicher: Als Hesse feiere man Weihnachten nicht anders als hier. Kürzlich tauschten sich die nach Dithmarschen zugezogenen Hessen im Restaurant Yachthafen in Brunsbüttel aus. Mit ihren teilweise aus Schleswig-Holstein und Hamburg stammenden Lebenspartnern kamen sie über Weihnachtsbräuche ins Gespräch. Und dann wurden doch Unterschiede aufgetan.

Hessische Weihnachtsmann-Agenturen setzen auf den Nikolaustag: Denn während in Dithmarschen der Weihnachtsmann im roten Mantel an die Türen klopft, bringt in Hessen das Christkind die Geschenke vorbei. Es hat Rauschelocken und Flügel. Und man bekommt es nie zu Gesicht. Nur ein läutendes Glöcken und der Windzug aus dem offenen Fenster verraten den hessischen Kindern: Das Christkind war da. Auf neugierige Fragen vor dem Heiligen Abend heiße es nur: „Ein goldenes Nixelchen und ein silbernes Naseweiß“, so kennt es Walter Meyer (66).

Der Mann im roten Mantel komme stattdessen am Nikolaustag. Während in Dithmarschen nur Stiefel im Fenster stehen, erscheint der Nikolaus in Hessen in voller Montur. Meist seien es Freunde oder Bekannte, die sich verkleiden. und als Nikolaus und Knecht Ruprecht auftreten. Der Nikolaus trägt dann ein großes Buch, Knecht Ruprecht hat die Rute.

Bei weiteren Bräuchen kam man auf keine Einheitlichkeit. „Es wird auch in Hessen verschieden gefeiert“, stellte Gunther Wölferl (66) fest. Doch lässt der Hesse den Hund nicht verhungern. Walter Meyer verpackt jedes Jahr ein Paar Frankfurter in Papier. „Dann geht’s ab ins Wohnzimmer und dann wird gefetzt“, erzählt der Darmstädter, der in Tensbüttel-Röst zu Hause ist. Seine Lebensgefährtin hatte die Idee zu den Dithmarscher Hessentreffen. Überall höre man hessisch, in Dithmarschen müssen viele Hessen sein, habe sie vor viereinhalb Jahren gedacht. Mittlerweile finden die Treffen regelmäßig an jedem zweiten Sonntag im Monat statt.

> Nächstes Treffen: 11. Januar 2015 um 17 Uhr im Restaurant Rosengasse, Friedrichstr. 22, in Heide, Anmeldung bis 8. Januar bei Margit Hoenicke (Tel. 04835/971185) oder Helma Dambeck (04852/8353654)

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