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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 21:10 Uhr

Das bange Warten auf die Sturmflut

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Katastrophen-Stab ab 3 Uhr heute Morgen in erhöhter Einsatzbereitschaft/ gestern nur wenige Unwetter-Schäden

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2013 | 09:09 Uhr

Wenn an einem Ort gestern die Ruhe vor dem Sturm spürbar war, dann im Katastrophenschutz-Zentrum im Itzehoer Kreishaus. Mit aller Besonnenheit bereiteten sich Mitarbeiter und Einsatzkräfte am Nachmittag auf eine mögliche Katastrophe vor, während draußen langsam Sturm Xaver aufzog und der Himmel immer dunkler wurde. „Für uns ist wichtig, dass wir schon lange im Voraus planen, damit im Notfall alles funktioniert“, erklärte Landrat Torsten Wendt.

Aus diesem Grund hatte er er schon um kurz vor zwei Katastrophen-Voralarm für die Ämter Horst-Herzhorn, Krempermarsch, Wilstermarsch und die Stadt Glückstadt ausgelöst. Für die betroffenen Regionen wurde daraufhin geprüft, ob genügend Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, Sandsäcke vorhanden sind und wo Gefahrenpunkte liegen. Vor allem rüsteten sich die Katastrophenschützer für mögliche Einsätze in der Nacht. „Wir müssen alles vorbereiten, um heute Nacht einsatzfähig zu sein“, betonte Dezernent Dr. Hans Treinies.


Lage gestern Nachmittag entspannt


Nachdem gestern Nachmittag die Lage eher entspannt blieb, wurde der Katastrophen-Stab am Abend zunächst wieder ein wenig heruntergefahren. Das Hochwasser in Glückstadt um 16.45 Uhr lag nur etwa zwei Meter über dem mittleren Tidenhochwasser. Feuerwehrleute hatten die Stöpen bereits vorher geschlossen. Für die Mitarbeiter am Störsperrwerk war die Arbeit um 14 Uhr eigentlich erledigt. „Wir schließen jetzt“, hieß es knapp, mehr könne man angesichts des zu erwartenden Hochwassers nicht tun. Drei Mitarbeiter am Tag sowie einer in der Nacht behalten Wasserstand und Entwicklung natürlich im Blick.

Erst für heute Morgen um 4.30 Uhr wurde eine Sturmflut erwartet. Die Wasserstände in Glückstadt sollten etwa 3 bis 3,50 Meter über dem Durchschnitt liegen. Ab 3 Uhr in der Frühe war für die Katastrophenschützer daher wieder erhöhte Einsatzbereitschaft. Der Stab ist darauf vorbereitet, die Führung und Organisation möglicher Großeinsätze zu übernehmen.

Gestern Nachmittag wütete Xaver mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern im Kreis Steinburg. Es gab jedoch zunächst nur ein leicht gesteigertes Einsatzaufkommen von Polizei und Feuerwehr.


Umgestürzte Bäume und Stromausfälle


Die Einsätze verteilten sich über das gesamte Kreisgebiet. „Die Einsatzlage hält sich in Grenzen“, teilte Polizeihauptkommissar Hans-Werner Heise mit. Insbesondere umgeknickte Bäume auf den Straßen hielten die Polizei in Atem. An einigen Stellen waren die Bäume auf Leitungen gestürzt und sorgten für Stromausfälle.

Betroffen waren der Fitzbeker Weg in Brokstedt und die Region um Wulfsmoor. Gegen 17 Uhr waren dort alle Haushalte wieder am Netz. Für längere Zeit ohne Strom blieben fünf Häuser im Uhrendorfer Weg in Barenfleth. Der Defekt werde so schnell wie möglich behoben, teilte die Eon gestern Abend mit.

In Brickeln (Dithmarschen) rückte die Feuerwehr gegen 13 Uhr aus. An einer Scheune hatten sich Blechplatten gelöst. Das Dach wurde notdürftig gegen das Wegfliegen gesichert. Wenig später musste eine große Tanne am Papenknüll beseitigt werden, die auf die Straße gekippt war.




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