Das automatische Haus

Tatjana Aschenbrenner
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Tatjana Aschenbrenner

Glückstädter Neuntklässler besuchen das Schleswig-Holstein Energieeffizienz-Zentrum in Neumünster

shz.de von
09. Juni 2014, 11:38 Uhr

Helles Licht strahlt durch die großen Fenster. Der Eingangsraum ist weiß und wirkt auf den ersten Blick leer. Tatjana Aschenbrenner begrüßt uns freundlich und führt uns die hölzerne Treppe hinauf in einen Konferenzraum.

Sofort fällt ein silberner, großer Schalter rechts von der Tür auf. Tatjana Aschenbrenner erklärt, dass dieser Schalter mit jeder denkbaren Funktion – Jalousien hoch- oder hinunterfahren, Musik abspielen oder einfach Fenster öffnen und schließen – belegt werden kann.

Unter anderem damit beschäftigt sich das SHeff-Z in Neumünster, das für neugierige Besucher eine Ausstellung errichtet hat, in der man sich viele Funktionen ansehen und selbst testen kann.

Das „automatische Haus“ bietet viele verschiedene Möglichkeiten, die eigenen Vorstellungen und Wünsche zu verwirklichen. Es gibt viele unterschiedliche Funktionen, die das Leben erleichtern sollen. Nicht nur, dass man Licht, Musik, Klima und die Fenster vom Smartphone aus steuern kann, auch verschiedene Szenen sind möglich.

Man kann beispielsweise die Szene „Pool“ einstellen: Das Wasser wird angewärmt, das Licht gedimmt, Musik eingestellt und die Jalousien heruntergefahren.

Es gibt auch einen „Bye-Bye-Schalter“: Die Fenster werden geschlossen, Radio, Licht und andere technische Geräte werden abgeschaltet.
Das ermöglicht nicht nur, dass man einfach hinausgehen kann, ohne sich um etwas zu kümmern, auch das Energiesparen wird erleichtert.

Und wenn man sich einmal nicht sicher ist, wird auf einem Bildschirm angezeigt, wo noch Fenster offen oder elektrische Geräte an sind.

Auch an Sicherheitsvorkehrungen ist gedacht: Zum Beispiel sind Rauchmelder mit der Feuerwehr verknüpft und beliebig viele Kameras können installiert werden. Die Technik des automatischen Hauses wird auch oft in Schulen verwendet. Laut Tatjana Aschenbrenner können CO2-Filter die Luft deutlich verbessern und somit das Lernen erleichtern. „Doch Technik ist nicht unfehlbar“, sagt sie. „So wie bei uns in der Schule“, wirft Nico (15) ein. Dort öffnen und schließen sich die Jalousien automatisch, auch wenn draußen die Sonne scheint. So kann man sich schon einmal von seinem Haus bevormundet fühlen. „Es ist sogar möglich, vom eigenen Haus ausgesperrt zu werden. Wenn man Fenster und Türen so programmiert, dass sie sich um 20 Uhr schließen, und man ohne Handy oder Schlüssel noch auf der Terrasse sitzt, kommt man nicht mehr in das Haus hinein“, meint die sympathische dunkelhaarige Frau lachend.

Doch nicht nur Luxusprobleme lassen sich mit dem „Smart Home“ lösen, auch Energieeffizienz spielt eine große Rolle. Schließlich steht „SHeff-Z“ für „Schleswig-Holstein Energie-Effizienz Zentrum“. Die Fenster bestehen aus drei statt nur zwei Scheiben und der Boden ist mit Hanf gedämmt und der Boden mit Polystyrol. Das sind Maßnahmen zur Wärmedämmung und damit auch zum Energiesparen. Allerdings muss man für diese Extras auch Geld einplanen: Die Grundausstattung kostet circa 5000 Euro. In dieser sind Funktionen wie der „Bye-Bye-Schalter“ allerdings nicht inbegriffen.

Am Ende sind viele Funktionen also sinnvoll, bei anderen sollte man sich aber genau überlegen, ob man sie für nötig hält. Das Ausprobieren der vielen Schalter macht allerdings trotzdem Spaß.

Greta Gehr, Vivien Hennings,
Kea Röstermundt und Zoe
Schubarth, Klasse 9b, Detlef-
sengymnasium Glückstadt

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